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Edward Elgar
(1857-1934)

Quintett für Klavier, 2 Violinen, Viola und Violoncello a-Moll op. 84

Moderato
Adagio
Andante - Allegro

Der Erste Weltkrieg mit seinem großen Leid hatte Elgar zutiefst erschüttert. Die Zeit für ‚Pomp and Circumstance’ (1901) war endgültig vorüber „Unter diesem furchtbaren Schatten, der über uns hängt, kann ich einfach nicht arbeiten”, sagte er 1917. Aus dieser Depression erwuchsen dann äußerst fruchtbare Schaffensmomente. 1918/19 schrieb Elgar neben seinem Cello-Konzert seine drei bedeutendsten Kammermusikwerke, Werke der Innerlichkeit, von einem wehmütigen Abschiedsgestus geprägt: die Violinsonate Opus 82, das Streichquartett Opus 83 und das Klavierquintett Opus 84, das am 21. 05. 1919 in der Londoner Wigmore Hall seine Uraufführung fand.

Das Depressive klingt an in der inneren Unruhe der Einleitungspassage im Ersten Satz, eine dunkle Sphäre des Seelischen wird berührt. Diese Einleitung ist von ganz besonderer Art: eine an gregorianischen Choral anklingende Melodie im Klavier wird begleitet von mysteriös, schattenhaft wirkenden Einwürfen der Streicher (Die Affinität zur Gregorianik erklärt sich aus Elgars zeitweiligem Amt als Organist einer katholischen Kirche in seinem Geburtsort Worcester.). Der Choralmelodie folgt eine sanft klagende Streicherepisode, die abrupt beendet wird von einem akkordischen Thema, das trotz eines Pianissimo und leichter Anklänge an Kontrapunktik insgesamt recht gewaltsam wirkt. Nach einer Generalpause leitet ein kurzer Anklang an jene sanfte Episode über zum Versuch einer Aufheiterung, einer Art Ständchen, entwickelt aus den schattenhaften Streicher-Einwürfen des Gregorianik-Themas. Es folgt ein durch steigende Sextsprünge charakterisierter schwelgerischer Zwischenteil. Dann wird das geisterhafte Eingangsthema wieder aufgegriffen: Wenn hier die Streicher die Choralmelodie spielen und die Einwürfe vom Klavier kommen, wirkt die Passage noch fahler als zu Beginn. Mehrfach sich wiederholend wird sie weitergesponnen, bis das energisch-gewaltsame Thema, fugiert einsetzend, sich grandios in aufrauschender Klanglichkeit entfaltet. Das Ständchen-Thema und die schwelgerische Passage mit den Sextsprüngen bringen noch einmal Beruhigung. Aber das Depressive bleibt bestimmend: Ein drittes Mal setzt das Eingangsthema ein, nun zunächst in einer freundlicheren Gestalt. Noch einmal wird das sanft klagende Thema aufgegriffen, mit Bass-Tremolo unterlegt, dann endet der Satz in der gespenstig-fahlen Art des Beginns.

Es gibt nicht vieles, das im Bereich der Kammermusik schöner ist als der Beginn des Adagios: wunderschön die erste weit gespannte sehnsuchtsvolle Melodie, zunächst nur vom Streicherensemble dargestellt; die Melodieführung liegt bezeichnenderweise bei der Bratsche. Arpeggierte aufsteigende Akkorde charakterisieren den Übergang zu einem zweiten innigen Thema, das von der 1. Geige, dann vom Cello vorgestellt und weiterentwickelt wird. Gebrochene Dreiklänge im Klavier, begleitet von einem kompakten Streichersatz, beenden die Vorstellung dieser beiden ergreifenden Themen. Im Mittelteil des Satzes wird das ‚Sehnsuchtsthema‘ mit der Bratsche beginnend nacheinander von den Streichern intoniert, der durch eine punktierte Viertel bestimmte Takt des Themas zu einer großartigen Steigerung verarbeitet. Der dritte Teil beginnt ebenfalls mit dem ‚Sehnsuchtsthema‘, jetzt wirkt es aber frischer, befreiter, so als habe sich die Sehnsucht erfüllt – es gibt in dem Quintett keine ‚Wiederholung‘, die völlig identisch ist mit dem Wiederholten. Wieder erklingen die gebrochenen Dreiklänge, nun im Wechsel mit dem ersten Thema, und zum Abschluss noch einmal die durch die arpeggierten Akkorde charakterisierte Musik.

Der Dritte Satz beginnt mit einer Erinnerung an die sanft klagende Streicherepisode des Ersten Satzes. Das eigentliche Thema dieses ‚Allegros‘ wird zunächst im Unisono der Streicher recht verhalten, dann aber mit aller Bravour vorgestellt, fällt dann ins Piano ab. Ein zweites Thema entwickelt sich noch wilder, noch stürmischer und endet in geheimnisvollem Raunen, das hinführt zum fahlen Gregorianik-Thema des Ersten Satzes, und auch dessen schwelgerisches Thema wird aufgegriffen. Doch dann mit einer dritten grandiosen Steigerung, an der beide Allegro-Themen beteiligt sind, befreit sich die Musik mit strahlendem Dur-Glanz aus der depressiven Trübnis, die mit dem Gregorianik-Thema verbunden war.

Juni 2016

Persönliche Anmerkung
Ich hatte mir dieses Klavierquintett für das letzte, das 250. Konzert im Rahmen der ‚Rösrather Schlosskonzerte‘, die ich 20 Jahre lang betreut hatte, gewünscht (7. Dezember 2003). Neben diesem Quintett standen auf dem Programm noch Dvořáks Klavierquintett A-Dur op. 81 und Sarasates ‚Navarra’ für Klavierquintett. Der Dank an die Interpreten dieses Abschluss-Konzertes, an Christina Mason-Scheuermann - Klavier, Hans-Reinhard Biere -Violine, Jerzy Szopinski - Violine, Wilfrid Engel - Viola und Hartwig Hönle - Violoncello, steht für den Dank an alle Interpreten dieser Schlosskonzerte, die den Zuhörern dieser Konzerte viele großartige Erlebnisse beschert haben.



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