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‚Flammentod‘ - Tatort Königsforst
Bergische Heimatklänge im Krimi von Oliver Buslau

Dass Kriminalfälle auch in der näheren Umgebung sich ereignen, ist selten, kommt aber vor. Trotzdem ist es zunächst befremdlich, in einem Krimi die eigene engere Heimat als Tatort wiederzuerkennen. Dann aber spürt man: Dieses Wiedererkennen macht gerade den Reiz eines solchen Regional-Krimis aus. Beispiel: der ‚Bergische‘ Krimi ‚Flammentod‘ von Oliver Buslau (Emons Verlag). Als Hoffnungsthaler weiß man ziemlich genau, in welchem Ladenlokal der Autor seine drei Esoterik-Anhängerinnen ihren Plausch halten lässt; als Hoffnungsthaler geht man auf dem Lüderich spazieren und sucht demnächst die Stelle, wo die drei ihre Walpurgis-Nacht feierten. Als Ortsansässiger weiß man natürlich auch mehr als der Autor; man kennt nämlich einen Tabakwarenhändler in Overath; die entsprechende Gestalt aus dem Krimi gehört offenbar in die Kategorie: Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind rein zufällig. Dass dieser Zufall dann wirklich eingetreten ist, amüsiert zusätzlich.
Man darf also damit rechnen, dass zumindest viele aus Bergisch Gladbach und Umgebung den Krimi lesen – hier liegt wohl das Kalkül des Verlags; er verlegt ja nicht nur ‚Bergische‘, auch Köln- und Düsseldorf- und Niederrhein-Krimis. Und aus Solidarität mit der Region und ihren Krimis sieht man auch gerne über Schwächen solcher Regional-Krimis hinweg – nicht jede Region kann mehrere Krimi-Autoren von Weltliteratur-Format haben.
Und man hält sich an das Positive: Da gibt es in Buslaus ‚Flammentod‘ nicht nur geographisches, es gibt auch historisches Lokalkolorit: die Erinnerung an die im Jahr 1613 als Hexe verbrannte Katharina Scheuer erhält eine sinnvolle Funktion innerhalb der Kriminalhandlung. Und es gibt politisches Lokalkolorit: Stadtverwaltung und Rat von Bergisch Gladbach werden den Krimi Buslaus sicher nicht mit so viel Vergnügen lesen – da werden ihnen Bauskandale und mangelnde Sensibilität für den Schutz der Umwelt vorgeworfen. Positiv auch der kritische Blick auf soziale, moralische Missstände: Männer, die ihre Familie brutal tyrannisieren, oder solche, die mit ihren gewalttätigen Vorurteilen gegen Randgruppen – hier Transsexuelle – deren Leben zerstören; verspottet wird auch die Esoterik-Welle und angeklagt werden Auswüchse von Emanzipation, durch die in berechtigter Empörung männermordende Selbstjustiz geübt wird.
Grundvoraussetzung eines Krimis: Der Mord und seine Motive müssen plausibel sein. Zigaretten-Schmuggel wird es auch im Bergischen geben. Am leichtesten ist ein Mord plausibel zu machen, wenn psychische Erkrankungen das Motiv sind. Seine Morde hat der Bergische Krimi-Autor jedenfalls geschickt begründet.Von einem guten Krimi erwartet man auch, dass die Figuren seines Kriminalspiels plastisch sind, dass es Menschen sind, denen man ihr Handeln und Denken abnimmt, sozusagen aus Fleisch und Blut mit deutlich ausgebildetem Charakter. Da gibt es in unserem Krimi die köstliche schwergewichtige Theresa Heilig, die das verkörpert, was ihr Name ankündigt, nämlich heiligen Kampf für die Umwelt – und deswegen prompt in Verdacht gerät, die Mörderin zu sein. Andere Figuren – vor allem die des Detektivs und seiner ‚Assistentin‘ - sind blasser und die Dialoge manchmal ziemlich hölzern und allzu platt – jedenfalls für den Geschmack des Rezensenten, den auch manche Klischees gestört haben (Barbara Becker-Jáklis‚ Mord im Biedermeier‘ z. B. aus demselben Verlag kam diesbezüglich seinem Geschmack weit mehr entgegen.).Aber entweder man hat sich an diesen Stil im Laufe der Lektüre gewöhnt oder der Autor hat sich eingeschrieben – jedenfalls liest sich der Krimi zunehmend angenehm. Wie ein Münchener diesen Krimi beurteilen würde, steht ja auch nicht zur Diskussion. Die Bergischen Leser werden das ihnen Vertraute mit neuen Augen sehen – und darum lohnt sich die Lektüre dieses Bergischen Krimis.



Buslau

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