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Bei der Metapher (griechisch metaphora: Übertragung) wird das eigentlich gemeinte Wort durch ein anderes aus einem anderen Vorstellungbereich ersetzt (bei ‚Zahn der Zeit’ wird ‚Zerstörung’ durch ‚Zahn’, bei ‚das Recht mit Füßen treten’ ‚radikal verletzen’ durch ‚mit Füßen treten’ ersetzt); dem eigentlich gemeinten Wort (Zerstörung) und dem ersetzenden Wort (Zahn) ist eine sachliche oder gedankliche Ähnlichkeit gemeinsam.

Das ersetzende Wort (Zahn) wird nicht in seiner wörtlichen, sondern in einer übertragenen Bedeutung gebraucht; weiteres Beispiel: die übertragene Bedeutung des ersetzenden Worts ‚Mauer’ ist in der Metapher ‚Mauer des Schweigens’ ‚Abwehren’, ‚Ablehnen’.

Metaphern werden gebraucht,
weil für die gemeinte Sache kein eigenes Wort existiert (Beispiel: "Stuhlbein"),
weil ein abstrakter Begriff durch einen anschaulicheren Sachverhalt versinnfälligt werden soll (Beispiel: "Zahn der Zeit"),
oder weil diejenige Eigenschaft, auf der die Ähnlichkeit beruht, besonders hervorgehoben werden soll (‚Mut’ bei ‚der Löwe von Münster’ für Clemens-August von Galen zur Betonung seiner Tapferkeit gegenüber den Nazis).
In ihrer einfachsten Form kann die Metapher als verkürzter Vergleich, d.h. als Vergleich ohne Vergleichspartikel, verstanden werden (z. B. das Gold ihrer Haare = ihr Haar ist wie Gold); das beiden Bereichen Gemeinsame (tertium comparationis) ist zumeist eindeutig zu bestimmen (bei ‚Gold ihrer Haare’ ist die goldene Farbe Haaren wie Gold gemeinsam).
Man unterscheidet zwischen konventioneller oder verblasster Metapher (z. B.: Tischbein) und origineller, ungebräuchlicher Metapher.Metaphern sind zweideutig. Wenn man sie ‚wörtlich’ (beziehungsweise die Wörter in ihren ursprünglichem, gewohnten Sprachgebrauch) nimmt, sind sie sozusagen falsch. Der ‚Fuß des Berges’ hat natürlich keine Zehen.



Lyrisches Ich / Oxymoron

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