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Franz Schubert
(1797-1828)

Streichquartett Nr. 10 Es-Dur D 87

Allegro moderato
Scherzo: Prestissimo
Adagio
Allegro
Neben den vier letzten Streichquartetten Schuberts, die zum Größten gehören, was in dieser Gattung geschaffen wurde, treten die 10 Quartette seiner Jugendzeit in den Hintergrund; und doch verbergen sich in diesen Jugend-Quartetten Schätze, die zu entdecken sich lohnt.
Vermutlich 1817, also als 20-jähriger, schrieb Schubert das Es-Dur-Quartett. So unsicher er zu dieser Zeit in seinem ihm verhassten Beruf als Hilfslehrer seines Vaters war, so sicher war er sich seiner musikalischen Möglichkeiten (Er konnte sogar, so wird erzählt, während der Unterrichtsstunden komponieren, freilich nicht ohne den Rohrstock bei der Hand.).

Als junger Komponist richtete er sich nicht ausschließlich nach seinen großen Vorbildern, sondern zeigte selbstbewusste Originalität. So ist das Allegro moderato zwar ein Sonatenhauptsatz mit Exposition, Durchführung und Reprise (Wiederaufnahme der Exposition), aber Schubert erlaubt sich bei der formalen Gestaltung manch Eigenständiges: Das verhalten-freundliche Hauptthema entspricht mit seinem Pianissimo-Beginn nicht den Erwartungen, die man an ein Hauptthema stellt; und Seitenthemen gibt es gleich drei, von denen das auf- und absteigende und ein wenig bedrohlich wirkende zweite



Streichquartett Es-Dur D 87 Satz 1 Seitenthema 2



eher nach Hauptthema klingt und den Komponisten gleich zu einer durchführungsartigen Behandlung reizt und dessen Motive – sowohl das auf- als auch das absteigende - weiterhin bestimmend bleiben, so auch in der äußerst kurzen Durchführung.

Das Scherzo ist in seinen durch einen sich ständig wiederholenden Vorschlag charakterisierten Eckteilen spritzig und witzig; der Mittelteil (Trio) wechselt nach Moll und ist entsprechend gedämpft in seiner Stimmung; der Dudelsack-Quintenbass des Cellos verstärkt diesen Eindruck.

Ein in seiner scheinbaren Schlichtheit ergreifend-inniges Lied bildet den Hauptteil des Adagios. In einem Seitenteil geben Andeutungen zweier wunderschöner Melodien über leise pochenden, sich wiederholenden Sechzehnteln dem ‚Adagio‘ die Stimme einer sanften Klage, die am Ende, wenn das leise Pochen selbst zum Thema wird, der eines klagenden Vogels gleicht. Es gibt einen durchführungartigen Mittelteil von wenigen Takten. Die Reprise wiederholt den Hauptteil wörtlich, der Seitenteil bildet die Coda.

Der den gesamten Vierten Satz prägende Einfall ist die mit einem Vorschlag versehene Triole als Auftakt für einen Dreiklang aufwärts oder abwärts:



Streichquartett Es-Dur D 87 Satz 4Seitenthema 1



Mit ihr beginnt das 1. Seitenthema, das die Munterkeit des Hauptthemas fortsetzt; mit ihr beginnt auch das 2. Seitenthema, dessen Lieblichkeit sehr wienerisch klingt. Und schließlich bestimmt sie auch die dieses Mal ein wenig längere Durchführung, hier aber ohne Vorschlag, der zu dem dramatischen Effekt dieser Takte nicht gepasst hätte.



Streichquartette / D 112 B-Dur op. posth. 168

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