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Dimitrij Schostakowitsch
(1906-1975)

Quintett für Klavier und Streichquartett g-Moll op. 57

Präludium: Lento
Fuge: Adagio
Scherzo: Allegretto
Intermezzo: Lento
Finale: Allegretto

Über das noch vor Ausbruch des Krieges entstandene Klavierquintett g-Moll schreibt Dmitri Zyganow, der Erste Geiger im Beethoven-Quartett, mit dessen Musikern Schostakowitsch befreundet war und das die meisten seiner Streichquartette uraufführte: „Nach dem Erfolg mit dem Quartett Nr.1 baten wir Schostakowitsch um die Komposition eines Klavierquintetts. Seine Antwort hat uns sehr erfreut: ,Mit Sicherheit werde ich ein Quintett schreiben und es natürlich mit Euch spielen ... ‘ Das war 1939, und im Jahr darauf fand die triumphale Premiere statt ...“

Krzysztof Meyer, Schostakowitschs Freund und Biograph, urteilt über dieses Quintett: „Das Quintett zeichnet sich … durch einen Überfluss an Einfällen aus. Alle Eigenschaften von Schostakowitschs Musiksprache, die übrigens sehr traditionsverbunden ist, verschmelzen zum erstenmal eben in diesem Werk. Der Komponist knüpft darin an die Bachsche Polyphonie an. ... Das Beethoven-Quartett spielte zusammen mit dem Komponisten dieses Quintett am 23. November 1940 im Kleinen Saal des Moskauer Konservatoriums. Es wurde zu einem der größten Triumphe für Schostakowitsch. Ähnlich wie nach der Uraufführung der Symphonie Nr. 5 nahmen die Ovationen kein Ende.“ In den Erläuterungen von Villa Musica ist zu lesen: „Die Uraufführungskritik zu Schostakowitschs Quintett in der ‚Prawda‘ war ein einziger Hymnus auf die Ästhetik des ‚sozialistischen Realismus‘. Für Schostakowitsch, den viel Geschmähten, war dieser Artikel die Rehabilitierung nach den scharfen Angriffen, die die ‚Pravda‘ vier Jahre zuvor gegen seine Musik veröffentlicht hatte. Damals hatte man ihn als Vertreter “westlicher Dekadenz” gebrandmarkt. Nun wurde der 36jährige von der sozialistischen Kulturpolitik wieder in Gnaden aufgenommen und erhielt für das Quintett 1941 den ‚Stalin-Preis 1. Klasse‘.“ Aber die politische Unsicherheit nahm nicht ab. „Das Warten auf die Exekution ist eines der Themen, die mich mein Leben lang gemartert haben, viele Seiten meiner Musik sprechen davon.“ (Schostakowitsch) Erst mit dem Tod Stalins 12 Jahre später war der Schrecken vorbei, aber Schostakowitschs Gesundheit war ruiniert.

Das Präludium hat die klassische Form ABA: Dramatische barockisierende Eckteile umschließen einen verspielten Mittelteil.

Wie bei Bach ist es das ‘Vorspiel’ zu einer Fuge (Adagio), die die ungewöhnliche Länge von ca. zwölf Minuten hat. Zunächst werden das Fugenthema



Klavierquintett op. 57 Satz 2 Thema



und das Nacheinander seiner vier Antworten vorgestellt. Das Klavier spielt noch einmal das Fugenthema mit einem Kontrapunkt, und es beginnt der Überleitungsteil mit seinen Episoden, die aus Fragmenten des Fugenthemas bestehen. Dieser Übergangsteil endet mit Rezitativen von Klavier und Cello. Nach der Härte, zu der sich die Überleitung gesteigert hat, klingt der Neueinsatz des Fugenthemas ausgesprochen zart. Und der Satz bleibt in dieser Stimmung, wenn im weiteren Verlauf das Fugenthema verändert, ineinander verschränkt, teilweise umgekehrt wird, bis die Fuge ihr melancholisches Ende erreicht hat.

Da der Vierte und der Fünfte Satz zusammengehören wie der Erste und der Zweite, umrahmen die beiden Gruppen das mit seinem Witz und Humor unvergleichliche Scherzo, dessen Vielfalt Burschikoses und Zärtliches, Naives und Raffiniertes umfasst.

Das Intermezzo ist alles andere als ein ‘Zwischenspiel’: Es ist melancholisch-nachdenkliche Musik von großer Intensität, intensiv auch durch seine romantisch angehauchte Verwandtschaft mit der Kammermusik Bachs.

Der Fünfte Satz baut sich wie improvisierend allmählich auf bis zum munteren Thema des Klaviers, das voller Witz, Humor und Clownerie von einem straffen Rhythmus der Streicher begleitet wird. Nach dieser Scherzo-Einlage sinkt der Satz wieder in eine eher verhalten Stimmung ab. Der Versuch tänzerischer, freundlicher Munterkeit deutet sich an, aber es kommt bis zum Schluss nicht mehr zu effektvollen, jubelnden Tönen. Der Schluss selbst ist liebevoll-freundlich, vielleicht auch ein wenig ironisch; aber es ist keiner, der den lauten Beifall provozieren will, den das Quintett erhalten hat.

Dezember 2020



Préludes op. 34 / Klaviertrio Nr. 2 op. 67

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