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Sergej Prokofiev
(1891-1953)

Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier f-Moll op. 80

Andante assai
Allegro brusco
Andante
Allegrissimo

Viele werden von Prokofiev das Sinfonische Märchen "Peter und der Wolf" für Sprecher und großes Orchester(1936) kennen, und vielen ist auch Musik aus dem ersten Satz von Prokofievs ‚Symphonie classique‘(1916/17) bekannt als Erkennungsmusik für WDR-Musiksendungen.
Deren Heiterkeit kennt die F-Moll-Sonate nicht; sie ist in düsterer Zeit entstanden, in den Jahren 1938 bis 1946.

Den Charakter des Ersten Satzes vergleicht Prokofiev selbst mit einem „über einen Kirchhof streichenden Wind“. Auf Prokofievs Trauerfeier spielte David Oistrach, dem die Sonate gewidmet ist, diesen ersten und den dritten Satz. Die Kirchhof-Düsternis ist durch ein Thema erzeugt, das mit einem aufsteigenden und wieder fallenden Quintsprung eingeleitet wird; dieses Intervall prägt zusammen mit der chromatischen Färbung den gesamten Satz. Der ‚streichende Wind‘ wird von der Violine durch die folgenden Triller angedeutet, dann im zweiten Teil des Satzes durch lautmalende Zweiunddreißigstel.

Nach der im klassischen Stil geschriebenen ersten Sinfonie wandte sich Prokofiev der ‚Moderne‘ zu: Gewagte, ja dissonante Harmonien bis an die Grenzen der Tonalität, wilde Motorik – Prokofiev spricht selbst von der „motorischen Linie“ seiner Musik. „Während des Zweiten Weltkrieges wurde seine Tonsprache noch einmal schärfer“ (Wiki). Die Bezeichnung ‚brusko‘ (unsanft, herb, schroff, brüsk) für den Zweiten Satz weist auf diese Tonsprache hin: „drängend und ungestüm“ sei dieser Satz, meint Prokofiev in seiner Erläuterung. Das Hauptthema beginnt mit repetierenden Schlägen, ‚marcantissimo e pesante (=schwer)‘ zu spielen. Die Stimmung des „getragenen“ Seitenthemas weicht, obwohl Melodisches angedeutet ist, von der des Hauptthemas wenig ab: ‚eroico‘ heißt die Spielanweisung. Im Mittelteil werden Motive beider Themen zu einem neuen Ganzen zusammengesetzt. Im dritten Teil wird auf die Themen des ersten zurückgegriffen, und eine turbulente Coda beschließt den Satz.

Im Gegensatz zur „motorischen Linie“ seiner Musik steht die „lyrische Linie“. „Immer wieder gelang es Prokofiev, Momente von herber Lyrik und leiser Resignation zu schaffen und ausdrucksstarke Melodien zu komponieren.“ (Wiki) So auch im Dritten Satz der Sonate, „langsam, weich und zart“ nennt ihn Prokofiev. ‚Espressivo‘ zu spielen ist eine weitgespannte Melodie, durchzogen von Chromatik und von Sechzehntel-Triolen begleitet (A). Vier Takte einer träumerisch-verspielten Ornamentik leiten den Mittelteil ein. Dieser hat in einem ersten Teil als charakteristisches Element das fallende Sext-Intervall (B). Er umrahmt eine Musik, für die die Bezeichnung „weich und zart“ in besonderer Weise zutrifft; mit ihrem Zwölf-Achtel-Takt erinnert sie an ein barockes Siciliano (C). Dann wird kurz das Sext-Intervall-Motiv wieder aufgegriffen (B‘) und schließlich auch die Sechzehntel-Triolen und die weitgespannte Melodie (A‘). Der Aufbau des Dritten Satzes ist demnach A B C B‘ A‘ + Coda, die aus der träumerisch-verspielten Ornamentik gebildet ist.

„Das Finale ist schnell und in kompliziertem Rhythmus geschrieben.“ merkt Prokofiev nicht besonders erhellend an. Das Metrum wechselt zwischen Fünf-, Sieben- und Acht-Achtel-Takt. Die Acht-Achtel-Takte enden jeweils mit einem das rhythmische Gefühl irritierenden akzentuierten Viertel-Noten-Akkord. Entspannend wirkt der folgende ruhige Teil. Doch bald leiten Pizzicati der Violine und Staccati des Klaviers zum Beginn des Satzes zurück, der dann starke Veränderungen erfährt; die auffälligste: drei Schläge im Bass, die fortissimo und ‚feroce‘ (grausam, wild, scharf) zu spielen sind. Doch der Satz endet mit leisen Tönen: Die Violin-Zweiunddreißigstel des „über einen Kirchhof streichenden Winds“ aus dem Ersten Satz werden aufgegriffen und eine schöne Melodie bildet die Coda.

Oktober 2016



Streichquartett Nr.1 h-Moll op. 50 / Flötensonate D-Dur op. 94

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