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Sergei Prokofiev
(1891-1953)

Streichquartett Nr. 1 h-Moll op. 50

Allegro
Andante molto – Vivace
Andante

Nach der Oktoberrevolution hatte Prokofiev Russland verlassen, sich aber im Ausland nicht wohlgefühlt. Er steigerte seinen modernen Stil bis hin zu Atonalität und Aggressivität. In den dreißiger Jahren begann er sich allmählich von den Experimenten früherer Jahre abzuwenden. „Er war nun davon überzeugt, Musik schreiben zu müssen, die nicht elitär selbstbezogen war, sondern einen gesellschaftlichen Auftrag erfüllte. Dies zeichnet sich in der Vereinfachung der Harmonik und den klareren Konturen der Melodien ab. Indem er in stärkerem Maße auf die Traditionen der russischen Volksmusik eingeht, wurde seine Musik verständlicher und leichter zugänglich. Zudem festigte er die Tonalität und legte Wert auf eine ausgefeilte Polyphonie“ (Wikipedia)

Das Streichquartett Nr. 1 entstand in Paris im Auftrag der Library of Congress in Washington, wo es 1931 uraufgeführt wurde. Klar konturiert ist das schwungvoll-spritzige erste Thema des Ersten Satzes



Prokofiev Streichquartett 1 Satz 1 Teil 1



das nach einem kurzen Zwischenspiel wiederholt wird.
Bei Prokofiev fehlt das in der Klassik/Romantik übliche Spiel mit den zwei, drei zu Beginn vorgestellten Themen, die variiert und miteinander verwickelt, dann wiederholt werden. Prokofiev reiht dagegen oft die einzelnen Motive und Themen in einfacher Weise aneinander. Der ‚Erste Satz‘ ist auf diese Weise in acht Abschnitte geteilt. So folgt nach einem Ritardando ein leiser, ein wenig langsamerer Teil, der polyphon gesetzt ist, das heißt: jede der übereinanderliegenden Stimmen



Prokofiev Streichquartett 1 Satz 1 Teil 2




ist gleichberechtigt, ihr kommt also eine melodische Eigenbedeutung und Selbständigkeit zu. Ein dritter Abschnitt fällt auf durch eine markante, galoppähnliche Begleitung und ein vierter beginnt mit dem Eingangsthema und bearbeitet es in der von Prokofiev so geschätzten polyphonen Weise. Im fünften, einem kurzen Abschnitt, erscheint ein neues, melancholisches Motiv



Prokofiev Streichquartett 1 Satz 1 Teil 5



das durch die mehrmalige Wiederholung noch bedrückender wirkt.
Die drei letzten Abschnitte entsprechen den ersten drei; sie sind so sehr verändert, dass man eher von Ähnlichkeit als von Wiederholung sprechen sollte.

Das mitreißende ‚Vivace‘ des Zweiten Satzes wird von einem beeindruckend expressiven Andante eingeleitet. Auch im ‚Vivace‘ werden einzelne Teile aneinandergereiht, doch auch durch viele Beziehungen untereinander verbunden. Den ersten Teil bestimmt ein eingängiges Motiv



Prokofiev Streichquartett 1 Satz 2 Teil 1



das in mancherlei dynamischen Schattierungen erscheint. Das Thema des zweiten Teils (hier der Themenbeginn der 1. Violine)



Prokofiev Streichquartett 1 Satz 2 Teil 2



wird jeweils von einem anderen Instrument übernommen. Das Cello macht dabei den Anfang. Ein rasantes Aufwärts von Tonleiter-Läufen beendet diesen Teil. Nach einer Generalpause bleibt im dritten Teil zunächst die Art der Begleitung (Achtel-Akkorde mit Staccato); nun aber stützt sie das Motiv des ersten Teils. Triolen bestimmen im vierten Teil den Rhythmus. Wieder setzt das Cello mit einem neuen Thema ein



Prokofiev Streichquartett 1 Satz 2 Teil 4



das diesen gesamten Teil bestimmt. Im fünften Teil wird der erste wieder aufgegriffen, und eine Coda setzt das Ende mit derselben Vitalität, wie man sie im gesamten Satz hat erleben können.

Das Andante, das Prokofiev für den wichtigsten Satz des Quartett hielt und auch für Klavier bearbeitete, ist der Satz der großen melodischen Linien. Die erste wird nach einer kurzen Vorbereitung von der Bratsche vorgestellt



Prokofiev Streichquartett1 Satz 3 Melodie Bratsche



Auffällig sind die Intervallsprünge in regelmäßigen Achteln als Begleitung. Die erste Violine übernimmt die Bratschen-Melodie, die dann sich entwickelt, verändert, gesteigert wird. Ein sehr zarter Teil mit verändertem Rhythmus (Triolen) schließt sich an



Prokofiev Streichquartett 1 Satz 3 Thema 2



Ein neues Motiv



Prokofiev Streichquartett 1 Satz 3 Thema 4



ist teneroso (zart) zu spielen bis zu einem kontrastierenden Ausbruch des Dramatischen. Noch einmal steht als Spielanweisung 'dolce' unter einem weiteren Thema, dessen Verästelungen sich gegen Ende zum Fortissimo steigern. Einige Takte lang dann eine weitere Steigerung: das nächste Thema ist ‚brusco‘ (heftig, schroff) zu spielen, in die Begleitung schleicht sich ein Misston ein. Bald aber führt ein Decrescendo zum Pianissimo und zum ‚molto cantabile‘. Mit einer Erinnerung an das ergreifende Einleitungs-Andante des ‚Zweiten Satzes‘ klingt das Werk in großer Ruhe aus.

November 2017



Kammermusik / Violinsonate Nr.1 f-Moll op. 80

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