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Johann Sebastian Bach
(1685-1750)

Partita für Violine solo Nr. 2 d-Moll BWV 1004

Allemanda
Corrente
Sarabanda
Giga
Ciaccona



siehe auch allgemeine Einführung in die Solo-Werke für Violine und die Einführung in die Cello-Suiten

Einzigartig ist die D-Moll-Partita vor allem wegen ihres letzten Satzes, der Chaconne, die als ein Höhepunkt der Musik überhaupt gilt. So hat es Brahms empfunden, wie seine vielzitierte Äußerung belegt: „Die Chaconne ist mir eines der wunderbarsten, unbegreiflichsten Musikstücke. Auf ein [Noten]System, für ein kleines Instrument schreibt der Mann eine ganze Welt von tiefsten Gedanken und gewaltigsten Empfindungen. Wollte ich mir vorstellen, ich hätte das Stück machen, empfangen können, ich weiß sicher, die übergroße Aufregung und Erschütterung hätte mich verrückt gemacht. Hat man nun keinen größten Geiger bei sich [gemeint ist Joseph Joachim], so ist es wohl der schönste Genuss, sie sich einfach im Geist tönen zu lassen [...]“

Die vier Tanzsätze, die der Chaconne vorausgehen, sind ihr motivisch eng verwandt und bewahren doch ihren eigenen Charakter: die Allemande ist ernsthaft; der Sechzehntel-Fluss wird wie von kleinen Strudeln aufgelockert durch eingeschobene Zweiunddreißigstel, zudem auch durch die Triolen:



Partita Nr. 2 BWV 1004 Allemande



Die Courante ist munter und tänzerisch durch den Wechsel von punktierten Achteln und Triolen.



Partita Nr. 2 BWV 1004 Courante



In der ungemein ausdrucksstarken Sarabande, in der akkordisch unterlegte melodische Verzierungen und gesangliche Melodie sich abwechseln, kündigt sich das Chaconne-Thema am deutlichsten an:



Partita Nr. 2 BWV 1004 Sarabande



Die übermütige Gigue mit ihrem lebhaften 12/8-Takt erscheint hier in einer besonders schwungvollen, ja brillanten Gestalt.



Partita Nr. 2 BWV 1004 Gigue



Ciaccona (Chaconne) bedeutet eigentlich: Variationen über einem gleichbleibenden Bass mit festliegender Akkordfolge. Aber Bach bleibt nicht bei der Bass-Linie und nicht bei der zugehörigen Harmonik, sondern variiert auch diese. Eine weitere formale Schwierigkeit: dass das eigentliche Variationsthema aus der Verdoppelung des 4-taktigen Chaconne-Schemas, also aus acht Takten besteht (zweimaliges Erklingen des Basses):



Partita Nr. 2 BWV 1004 Chaconne Thema



Die 256 Takte der Chaconne kann man also in 60 Variationen über den viertaktigen Chaconne-Bass einteilen oder in 30 Variationen über das achttaktige Thema, oder man kann zwischen 4-taktigen Kurz- und 8-taktigen Langvariationen unterscheiden, hinzu kommen 8 Takte jeweils zu Beginn und am Schluss für das Thema. Das gesamte Variationenwerk gliedert sich in drei sich jeweils steigernde Teile: einen Moll-Teil von 132 Takten, einen Teil in Dur mit 76 Takten; dem folgen 48 Takte wieder in Moll. Die Steigerung ergibt sich durch Veränderungen in der Harmonik (darum das Abweichen von der Tradition, die für die Variationen gleichbleibende Harmonien vorsah), vor allem durch Bewegungsimpulse: So sind die beiden ersten Variationen des ersten Moll-Teils charakterisiert durch Akkorde und punktierte Achtel, die beiden nächsten haben ruhige Achtel und Sechzehntel in der Einstimmigkeit. In der fünften und sechsten Variation wird das Thema nur von Sechzehnteln umspielt, die siebte Variation ist zweistimmig; in den nächsten Variationen - es sind nun viertaktige Kurzvariationen - steigert sich die Bewegung durch Zweiunddreißigstel. Es folgen Variationen mit frappierender Bariolagetechnik; virtuose Arpeggien kommen hinzu. In einer ungeheuren Steigerung mündet der erste Teil in die volle Akkordik (Vierstimmigkeit) des Chaconne-Themas.Es gibt viel Hinreißendes in diesen Variationen, mit das Beeindruckendste ist nach 132 Takten - also in der Mitte der etwa 15 Minuten dauernden Chaconne - der Einsatz des Dur-Teils in einer schlichten Zweistimmigkeit:



Partita Nr. 2 BWV 1004 Chaconne Dur-Thema



Dieser Zweite Teil entwickelt sich - verkürzt – mit einer ähnlichen Steigerung wie der Erste; und der Übergang in das Moll des dritten Teils ist ähnlich beeindruckend wie der in das Dur des zweiten. Auch in diesem dritten Teil, der sozusagen das Ende des gesamten Spannungsbogens bildet und darum verhaltener strukturiert ist, gibt es das Bariolage-Spiel, dieses Mal mit einer schmerzlichen Chromatik in der Melodiestimme.

(Anregungen zu den Erläuterungen verdanke ich Reclams Kammermusikführern und den Beiheften zu einigen Aufnahmen dieser Werke.)



Sonate Nr. 2 a-Moll BWV 103 / Sonate Nr. 3 C-Dur BWV 1005

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