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Ankündigung

Chaussons hochromantisches Trio entstand 1881. Es zeigt, dass es auch außerhalb des Standardrepertoires hervorragende Musik gibt, z. B. dieses jugendlich-geniale Werk mit sehr originellen Ideen, überreich an verfeinerter Harmonik, an wunderschönen expressiven melodischen Erfindungen, an hochdramatischen Akzenten in den Ecksätzen - insgesamt ein kompositorisch meisterhaftes und wegen seiner melancholischen Grundstimmung höchst anrührendes Werk.

Ernest Chausson
(1855-1899)

Trio für Klavier, Violine und Violoncello g-Moll op. 3

Pas trop lent - Animé
Vite
Assez lent
Animé

1855 wurde Ernest Amédée Chausson in Limay bei Mantes nahe Paris geboren; er starb mit 44 Jahren, also 1899, als er bei einem kurzen Ausflug am Eingang seines Besitztums Chateau des Moussets in Limay mit dem Fahrrad stürzte.
Aus einer wohlhabenden Familie stammend, studierte er zunächst Jura, komponierte aber bereits als „vornehmer Dilettant“. Nach Abschluss seines Studiums wechselte er gänzlich zur Komposition, weil Jules Massenet ihn in seine Kompositionsklasse einlud. Danach wurde er Schüler von César Franck, der seine frühen Werke beeinflusste. Aber auch Fauré, Debussy, mit dem er befreundet war, und Wagner hatten ihre Wirkung auf ihn (Chaussons Oper ‘Le Roi Arthus’ erinnert an den ‘Tristan’).
Chaussons Musik ist bestimmt durch Gelöstheit und Feinnervigkeit. Ein Anflug zarter Melancholie umgibt viele seiner Werke; der Titel seiner Komposition „La Tristesse de la joie“ (die Traurigkeit der Freude, nach Worten des belgischen Dichters Maurice Maeterlinck) ist charakteristisch für das Wesen seiner Musik.

Das Klaviertrio op. 3 entstand als erstes vollendetes Kammermusikwerk Juni-September 1881. Es ist, obwohl im jugendlichen Alter von 26 Jahren entstanden, bereits Ausdruck eines ganz persönlichen Stils, mit sehr originellen Ideen, überreich an verfeinerter Harmonik, an wunderschönen expressiven melodischen Erfindungen, an hochdramatischen Akzenten in den Ecksätzen - insgesamt ein kompositorisch meisterhaftes und wegen seiner melancholischen Grundstimmung höchst anrührendes Werk.

Großartig ist die langsame Einleitung des Ersten Satzes mit ihrem chromatischen Abwärts im Cello (Tonsymbol der Klage)



Klaviertrio op. 3 Satz 1 Chromatisches Motiv



und einer Melodie voller Wehmut und Lieblichkeit:



Klaviertrio op. 3 Satz 1 Einleitung Thema



Mit dem Klagemotiv wird der Übergang zum schnellen Teil des Satzes geschaffen. Zu einer lebhaften Klavierbegleitung wird das Hauptthema zunächst von der Geige vorgestellt:



Klaviertrio op. 3 Satz 1 Hauptthema



Dem folgt ein sehr anrührendes Motiv, das Haupt- und Seitenthema trennt. Dieses Seitenthema wird vom Cello eingeführt, die Violine greift es auf:



Klaviertrio op. 3 Satz 1 Seitenthema



Starke äußere und innere Dynamik, hinreißender Schwung großer Klangwogen bestimmen den Mittelteil des Satzes. Er ist im Grunde ein Werk per se, ein Virtuosenstück, dessen musikalischer Ausdruck so intensiv ist wie die Virtuosität beeindruckend. Das Klagemotiv klingt an, das zweite Thema wird ausführlich zitiert, ansonsten lebt dieser Teil von neuen Motiven, die hier kurz vorgestellt sind:



Chausson op. 3 Satz 1 Durchführung 1



Chausson op. 3 Satz 1 Durchführung 2



Chausson op. 3 Satz 1 Durchführung 3



Chausson op. 3 Satz 1 Durchführung 4



Chausson op. 3 Satz 1 Durchführung 5



Der dritte Teil beginnt mit der Wehmutsmelodie der Einleitung. Das anrührende Motiv leuchtet auf. Die Wehmutsmelodie, die durch eine rasante Begleitung den Charakter verändert hat, führt zum Hauptthema und zum Seitenthema des ersten Teils. Und noch einmal die Wehmutsmelodie; nun voller pathetischer Wucht beendet sie diesen monumentalen Satz - aber nicht allein: zwischen den Abschlussschlägen im Fortissimo erklingt leise ein letztes Mal das anrührende Motiv.

Dem Schwerblütigen des ‚Ersten Satzes‘ folgt ein köstlicher schneller Satz (Vite) mit der Besonderheit, dass eine Einleitung sich zur kecken Munterkeit des ein wenig an Brahms‘ Horn-Trio erinnernden Hauptthemas



Chausson op. 3 Satz Hauptthema



gleichsam vortastet. Eine zarte, ein wenig klagende Melodie schwebt für kurze Zeit über dem rasanten Rhythmus des Klaviers. In einem Mittelteil zeigt Chausson alle möglichen Facetten des Hauptthemas auf; mal erscheint es dramatisch, mal verspielt, dann wieder lyrisch-besinnlich. Der dritte Teil kehrt verkürzt zum ersten zurück: Seine beiden Themen werden wieder aufgegriffen. Mit dem zweiten, dem klagenden beginnt der Schlussteil und verklingt, im Pianissimo versinkend.

Mit der veränderten ‚Melodie voller Wehmut und Lieblichkeit‘ aus der Einleitung des ‚Ersten Satzes‘ beginnt auch der Langsame Satz. Das Cello setzt mit einem zweiten Thema ein:



Klaviertrio op. 3 Satz 3 Thema 2



Ein drittes ist durch eine fallende Quart bestimmt. Wieder wird jene Wehmutsmelodie aufgegriffen, nun mit Forte-Akkorden begleitet. Ein weit gespanntes Thema entwickelt sich im Dialog der drei Instrumente; sein meditativer Fluss wird allmählich schneller (En animant peu à peu), steigert sich zum Fortissimo und ebbt zum Piano ab. Mit weit ausschwingender Vorbereitung erscheint noch einmal das Cello-Thema und in den Abschluss-Takten (Coda) - angedeutet nur - die ‚Wehmutsmelodie‘.

So beschwingt-unbeschwert das Finale beginnt, so melancholisch endet es und damit das ganze Werk, nämlich mit einer Erinnerung an den Beginn des ‚Ersten Satzes‘: mit dessen chromatischem Quartfall und mit der ‚Wehmutsmelodie‘ - der Schluss kehrt zum Anfang zurück (‚Ringkomposition‘).
Zwischen dem munteren Beginn und dem wehmütigen Schluss dieses Finalsatzes erklingt viel Dramatisches, mehr als der anfänglich harmlos erscheinende Beginn erwarten lässt. Zunächst wandelt sich das Tänzerische in eine ruhig schwingende Kantilene,



Chausson op. 3 Satz 4 Kantilene



die weit ausgeführt wird und in einem ersten Forte endet.
Das tänzerisches Thema erscheint kurz in kontrapunktischem Gewand, weicht dann schnell wieder einem dramatischen Ausbruch. Ein längeres vom Klavier eingeführtes schwelgerisches Zwischenstück setzt ein und schließt mit einer Forte-Episode. Das tänzerisch-beschwingte Thema wird wieder aufgegriffen und endet ebenfalls in einem Forte, der Kantilenen-Teil mit Sforzatoschlägen. Das letzte Drittel des Satzes gehört den Erinnerungen an die Einleitung des ‚Ersten Satzes‘.

Februar 2019



Chausson

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