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Ludwig van Beethoven
(1770-1827)

Oktett für 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Hörner und 2 Fagotte Es-Dur op. 103

Allegro
Menuetto I
Andante
Menuetto II
Finale: Presto

Der geniale Schwung des Ersten Satzes entsteht durch kraftvolles Vorwärtsdrängen, durch spannungserzeugende rhythmische und harmonische Überraschungen, aber auch durch Ausbalanciertsein der Perioden und des Klangs. Zudem bestechen die Behandlung der einzelnen Bläserstimmen und die Dichte des Bläsersatzes - Beethoven war offenbar sehr vertraut mit den einzelnen Instrumenten und hat die Ausführenden bis an ihre Grenzen gefordert. Es waren wohl die Musiker des Kurfürsten Maximilian Franz, für dessen Tafel Beethoven in seinem letzten Bonner Jahr, 1792, das Oktett geschrieben hatte. Und man darf hoffen, dass die um diese Tafel Versammelten sich mehr dieser großartigen Musik als dem Essen und Geplauder gewidmet hatten.
„Das Hauptthema mit charakteristischer Doppel-Pralltriller-Verzierung wird von der Oboe vorgestellt.“ (G. Patzig)



Oktett op. 103 Satz 1 Hauptthema



Wenn das Tutti-Gesamtensemble dieses Thema bestätigt, geschieht dies mit prächtigen klanglichen und harmonischen Überraschungen bis hin zu einem neuen Thema im Fortissimo. Eine Überraschung ist auch die Art, wie das ein wenig feierlich klingende Seitenthema eingeführt wird (Beispiel aus der Reprise):



Oktett op. 103 Satz 1 Seitenthema



es verbirgt sich gleichsam hinter Motiven, die es vorbereiten. In der Durchführung kommt ein neues Thema hinzu,



Oktett op. 103 Satz 1 Durchführungsthema



das in der Coda wieder aufgegriffen wird.

Ob das Menuett I tatsächlich von Beethoven ist, kann nicht sicher geklärt werden. Es findet sich nicht in der Ausgabe des Verlags Breitkopf & Härtel, der das 26 Jahre zuvor entstandene Oktett l818 gedruckt hatte und ihm die Opuszahl 103 gab, weil diese Nummer noch nicht belegt war; es gehört also nicht zu den Spätwerken Beethovens, die mit den Cellosonaten op. 102 beginnen. Vor einigen Jahren wurde ein Manuskript dieses Menuetts (von Beethovens Hand?) gefunden; der Menuett-Satz fand sich aber auch in einem Bläsersextett eines Zeitgenossen. Da er aber sehr hübsch ist, im Trio-Teil sogar anrührend, nimmt man ihn gerne ins Oktett op. 103 auf, das nun auch die gleiche Satzfolge hat wie das Mozart-Oktett.

Das Hauptthema des Andante verunklart zunächst ein wenig den Rhythmus des 6/8-Takts:



Oktett op. 103 Satz 3 Hauptthema



Es folgt - nur in der Exposition - ein feines melodiöses Nebenthema, zu dem sich Beethoven durch die Sechzehntel-Figuren des Hauptthemas hat anregen lassen, und das eigentliche Seitenthema, dessen sich dreimal wiederholendes Vierton-Motiv mit einem jeweils um einen Ton größeren Intervall beginnt: Terz, Quart, Quint (Beispiel aus dem Beginn der Durchführung).



Oktett op. 103 Satz 3 Seitenthema



Alle drei Themen haben gemeinsam, dass sie von der Oboe eingeführt und vom Fagott wieder aufgegriffen werden. Eine Kadenz in der Oboe bildet eine ‚Pause‘, durch die vielleicht auch die hartnäckigsten Schwätzer und Esser wieder zur Musik hingeführt wurden, nämlich zu einer die Exposition beschließenden Wiederholung des Hauptthema. Die Durchführung greift vielgestaltig und abwechslungsreich Seitenthema und Hauptthema auf und schließt mit einem Triller in Oboe und Fagott. Das Schlussgebilde (Coda), bringt noch einmal das Hauptthema zur Geltung.

Ein köstlicher geistreicher Spaß ist das Menuetto II, das nur der Tradition des Serenadenaufbaus wegen so heißt; in Wirklichkeit ist es ein Scherzo-Satz– ein kleine Vorausdeutung auf das Scherzo der 9. Sinfonie. An Beethovens ….. erinnert mit vier Tönen der beruhigende Mittelteil.

Ein Scherzo wie der vorherige Satz ist auch das Presto-Finale und ebenso köstlich und humorvoll wie jener. Die Anforderungen an Virtuosität, die das Thema der Ecksätze stellt,



Oktett op. 103 Satz 5 Ecksatz-Thema



sind möglicherweise noch höher als in den anderen Sätzen, vor allem für die Hörner. Besonders witzig der Übergang vom besinnlichen Mittelteil zum zweiten Eckteil.



Rondino Es-Dur op. posth. WoO 25

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