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L. v. Beethoven
(1770-1827)

Große Fuge op. 133

Die ‚Große Fuge‘, 1826 als letzter Satz von op. 130 konzipiert, wurde von Beethoven aber auch als eigenständiges Werk verstanden. W. Riezler schreibt über diese ca. 15 Minuten lange Fuge, dass „deren Gewalt auch heute noch etwas Erschreckendes, Atemberaubendes hat, dass sie wegen der Wucht und Kühnheit ihrer Entladungen nicht nur kaum zu spielen, noch schwieriger zu hören ist - obwohl der Satz formal mit höchster Besonnenheit gestaltet ist. Beethoven selbst hat ihn als 'Fuge' bezeichnet: 'Große Fuge, tantôt libre, tantôt recherchée', lautet der Titel der Originalausgabe, die Beethoven selbst noch vorbereitete, als der Satz als Finale des Quartetts op. 130 verworfen war. ('Recherchée', häufiger italienisch 'ricercata' war als Bezeichnung eines kunstvoll fugierten Satzes in der Barockmusik üblich. 'Bald frei, bald streng')“. Tatsächlich sind nur 40% im strengen Sinn eine Fuge. „Der Rest der Fuge besteht aus freierem Fugatostil und homophonen Elementen.“ (Wikipedia). Auch darum ist bei diesem Werk besonders dringlich, Hilfen zum Hören zu geben, und besonders aussichtslos. Im Folgenden nur ein kurzer Hinweis auf die Großgliederung:

„In der vorangestellten ‚Overtura’ werden, wie in einem Inhaltsverzeichnis unmittelbar nacheinander die 4 Varianten des Fugenthemas vorgestellt, die den Ablauf des Stückes prägen: in markigen ganzen Takten (a):



Streichquartett op. 133 Fugenthema a



in hetzender 6/8-Bewegung (b) und im besinnlicheren Verweilen gleicher Notenwerte im geraden Takt (c):



Streichquartett op. 133 Fugenthema b und c



und aus dem Taktschwerpunkt herausgerückt im synkopisch versetzten Pianissimo (d), wobei hier zusätzlich die sperrig-ungewohnte Notierung in übergebundenen Achteln auffällt.“ (Kammermusikführer Reclam):



Streichquartett op. 133 Fugenthema d



Der erste Teil beginnt mit dem Gegenthema (Kontrasubjekt),



Streichquartett op. 133 Gegenthema



das diesen Teil im wesentlichen beherrscht, das Fugenthema erscheint in der Gestalt d - 130 Takte, nahezu fünf Minuten lang bizarre, kompromisslose Musik von riesiger Spannung in ständigem Fortissimo. Es gibt Stellen in dieser Fuge, bei denen man sich fragt: Was hat er sich dabei wohl gedacht? Und ein wenig scherzhaft könnte man antworten, Beethoven habe sich gedacht: Wer diese 130 Takte durchhält, dem werden die restlichen zehn Minuten wie Wohlklang vorkommen.

Jedenfalls erscheinen dem Zuhörer die nächsten zweieinhalb Minuten von Teil 2 (Meno mosso e moderato T 159) wie reiner Wohlklang. Durch das Pianissimo (sempre pp), durch das sanfte Gleiten der Sechzehntel-Begleitfiguren, durch die ruhigen Viertel des Themas in der Gestalt c, die sich deutlich gegen das Gegenthema durchsetzt, entsteht, vor allem durch den Kontrast zum Hochemotionalen, Spannungsgeladenen des ersten Teils, eine entspannte, friedliche, ja freundliche Stimmung.

Der dritte Teil, noch einmal ungefähr fünf Minuten lang (Allegro molto e con brio T 233), beginnt zunächst heiter mit der Fugenvariation b. Wenn dann, zunächst im Cello, das Thema in der Fassung a erscheint, werden die Stimmen härter gegeneinander gefügt – übrigens ohne ein Gegenthema, die Kontrapunkte sind alle dem Hauptthema entnommen. Triolenbewegung ändert das Gefüge; Triller gleichzeitig in den drei Oberstimmen, wechselnd mit Trillern in Viola und Cello, bilden einen Einschnitt (T 405); die Härte der Fügung wird noch einmal gesteigert, sie bleibt auch bei einem Rückgriff auf den sanften zweiten Teil, der nun durch Sforzati und Forte verändert ist. Zurückgegriffen wird auch nach einem Ruhepunkt besinnlicher Akkorde auf den heiteren Beginn dieses dritten Teils (Allegro molto con brio T 533).

In einer Art Coda erscheint das Thema wie in einer ‚himmlischen’ Version, von wunderschönen Akkorden unterlegt (T 610). Nach einem ruhig-heiteren Übergang erscheint in ruppigem Fortissimo kurz der erste Teil des Gegenthemas, mit dem die Fuge begonnen hatte. Wieder ein Pianissimo, nun mit den ersten drei Tönen der Fassung c, die dann zur Gänze zitiert wird als Fortissimo-Unisono und im akkordischen pp. Den Ausklang bildet, ganz konventionell im Stil, der in Sekunden abwärts fallende zweite Teil des Gegenthemas.

Juni 2019



Streichquartett op. 132 a-Moll / Streichquartett op. 135 F-Dur

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