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Juan Crisóstomo de Arriaga
(1806-26)

Streichquartett Nr.1 in d-Moll

Allegro
Adagio con espressione
Menuetto: Allegro; Trio: Più moderato
Adagio - Allegretto

Die drei Streichquartette des Juan Crisóstomo de Arriaga gehören zu den Kostbarkeiten der Streichquartett-Literatur. „Es ist unmöglich, sich etwas Originelleres, etwas Eleganteres und von solch einer Reinheit vorzustellen als diese Quartette. Die Aufführung unter Mitwirkung des Komponisten rief die Bewunderung aller Zuhörer hervor.“ Dieses Urteil eines Zeitgenossen Arriagas gilt heute nach der Wiederentdeckung dieser großartigen Werke immer noch.
Dass sie lange Zeit nicht entsprechend bekannt waren, liegt daran, dass Arriaga mit neunzehn Jahren gestorben ist – vermutlich an Erschöpfung - und also nicht durch ein umfangreiches Werk bekannt werden konnte.
Arriaga, 1806 in Bilbao im Baskenland geboren, wird gerne als der ‚spanische Mozart’, bezeichnet. Aber diese Bezeichnung ist irreführend, wenn es um den Stil dieser Musik geht. Immerhin ist Arriaga 50 Jahre später als Mozart geboren, musikgeschichtlich eine sehr lange Zeit. Beethoven schrieb sein op. 59/1, als Arriaga geboren wurde, und sein op. 131, als dieser starb. Zwar sind die Vorbilder Haydn und Mozart durchaus gegenwärtig in Arriagas Streichquartetten, aber es klingt auch schon ein romantischer Ton mit, der deutlich auf die Zeit der Veröffentlichung von Arriagas Quartetten, nämlich 1824, das Jahr von Schuberts ‚Rosamunde-Quartett’, verweist.
Auch die mögliche Parallele zu Mozart ‚jung verstorben’ führt in die Irre, denn Mozart ist fast doppelt so alt geworden wie Arriaga.
Passend erscheint der Begriff ‚spanischer Mozart’ im Hinblick darauf, dass Arriaga wie Mozart ein Wunderkind war, das im Alter von 11 Jahren seine erste Staunen erregende Komposition, ein Divertimento, mit 13 Jahren eine Oper und mit 17/18 die drei Streichquartette komponierte, die alle von größter Qualität sind wegen Arriagas origineller Erfindungsgabe und außergewöhnlicher Beherrschung der Kompositionstechnik (Seit seinem 15. Lebensjahr studierte er am Pariser Konservatorium Komposition und durfte dort bald als Assistent seines Lehrers Fétis eine Kontrapunkt- und Fugenklasse leiten.).
Der Beginn des Hauptthemas im Ersten Satz des D-Moll-Streichquartetts ist in sich geteilt: einer düsteren Unisono-Phrase im Forte antwortet ein klagendes Motiv, piano und ‚dolce’ zu spielen:



Streichquartett Nr. 1 Satz 1 Hauptthema



Und dieser Wechsel zwischen den Gegensätzen bestimmt den weiteren Verlauf des Satzes. Das Seitenthema setzt der dramatischen Düsternis des Kopfthemas freundliche Helle entgegen. Der Mittelteil (die Durchführung), ein Spiel mit dem klagenden, dann mit dem düsteren Motiv des Hauptthemas und schließlich auch kurz mit dem Seitenthema, zeigt, dass den jungen Komponisten nicht nur große Erfindungsgabe auszeichnet, sondern dass er meisterlich auch alle kompositionstechnischen Mittel beherrscht, mit denen er seine Einfälle bearbeiten kann, z. B. das Kopfthema als kleines Fugato. Der dritte Teil des Satzes, der auf den ersten zurückgreift (Reprise), ist gegenüber dem ersten nur wenig verändert.

Das Adagio beginnt mit einem schlichten und sehr ausdrucksstarken Thema:



Streichquartett Nr. 1 Satz 2 Hauptthema



In seiner Entfaltung wird es unterbrochen von einem dunkleren Motiv des Cellos, dem die 1. Violine mit ein wenig freundlicheren Figurationen antwortet.
Diese Figurationen erhalten bei der variierten Wiederholung des Bisherigen dramatische Wucht. Dieser Dramatik wird ein lieblich-melancholisches Thema, das sich über mehrere Takte hin entwickelt und in einem Forte-Unisono endet, entgegengesetzt:



Streichquartett Nr. 1 Satz 2



Das bisher Gehörte wird mit eindrucksvollen Veränderungen zweimal wiederholt, beim zweiten Mal sehr verkürzt.

Das Menuett neigt mit seiner rhythmischen Prägnanz und der teilweise etwas ruppigen Fröhlichkeit in den Ecksätzen eher zum Scherzohaften. Im Mittelteil, dem Trio, ist die Fröhlichkeit - vor allem in seinem zweiten, durch Pizzicati charakterisierten Teil – geistreich und unbeschwert.

Eine Köstlichkeit besonderer Art ist der Vierte Satz, vor allem wegen seines feinen, tänzerisch beschwingten Hauptthemas (6/8-Takt; wohl angelehnt an Volksmusik der baskischen Heimat Arriagas), aber auch wegen der Art der Verarbeitung und seiner Anlage im Ganzen. Das heitere Stück beginnt mit einem ernsten ‚Adagio‘ von gedrängter Kürze. Das Tanzthema im ‚Allegretto‘ wird sogleich in ausgelassener Weise variiert. Dann führt die Bratsche ein neues, ruhigeres Thema ein und zum Abschluss des ersten Teils wird noch einmal kurz das Hauptthema aufgegriffen. Der zweite Teil ist eine mit reizenden Veränderungen versehene Wiederholung des ersten: das ‚Adagio‘ ist ein wenig ernster noch als das erste und das ‚Bratschenthema’ wird nach dem ‚Adagio‘ in fugierter Form eingeschoben – ein kleines kontrapunktisches Kunststück.

Mai 2014



Streichquartette / Streichquartett Nr. 2 A-Dur

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