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Wolfgang Amadeus Mozart
(1756-1791)

Streichquintett D-Dur KV 593

Larghetto – Allegro
Adagio
Menuetto. Allegretto – Trio
Allegro

Die fünf späten Streichquintette Mozarts gelten als Höhepunkte im Kammermusikschaffen des Komponisten. Das Quintett in D-Dur ist das vorletzte in dieser Reihe; es wurde im Dezember 1790 komponiert. Mit KV 614 (Es-Dur) und einem weiteren geplanten Quintett sollte es eine Dreierserie bilden, für die sich Mozart einen günstigen Markt versprach. Unabhängig von diesem Kalkül hat Mozart hier wunderbare Musik geschaffen; „Wohlthäthige Abdrücke eines lichtern bessern Lebens“ nennt Franz Schubert sie. Und als Spätwerk zeichnen sie sich auch durch virtuoseste Beherrschung der kompositorischen, vor allem der kontrapunktischen Mittel aus.

Die Uraufführung war am 14. Dezember 1790, als Mozart in seiner Wohnung ein Fest zu Ehren Haydns gab. Der sollte am nächsten Tag nach London aufbrechen. Die Quintette in C-Dur (KV 515), g-Moll (516) und das gerade erst vollendete in D-Dur wurden musiziert; Mozart und Haydn spielten abwechselnd den Part an der Ersten Bratsche. Und Haydn wird zum Beispiel bei den Dialogen zwischen 1. Violine und 1. Bratsche im D-Dur-Quartett zur Kenntnis genommen haben, wie durch das Hinzufügen einer weiteren Bratsche zum Streichquartett die musikalischen Möglichkeiten erweitert werden – er selbst konnte mit dem fünften Instrument wenig anfangen.
Der nahende Abschied von Haydn hat sicherlich auch die Komposition des Quintetts beeinflusst, denn neben heiterer Gelassenheit findet sich auch wehmütige Klage.

Voller Wehmut, die sich Takt für Takt verstärkt, erklingt die langsame Einleitung zum Ersten Satz. Heiter dann das mehrgliedrige Hauptthema:



Streichquintett D-Dur Satz 1 Allegro Thema



Auf ein Seitenthema verzichtet Mozart. Nach einer Wiederholung folgen Takte, die Mozarts souveränen Umgang mit satztechnischen Künsten zeigen. Und immer wieder gleitet die Musik für kurze Zeit ins wehmütige Moll hinein.
Der zweite Teil des Satzes besteht aus einem wunderbaren Spiel mit Elementen des bis dahin Gehörten. Der dritte Teil greift auf den ersten zurück, verändert ihn aber so sehr, dass man zunächst zwischen dem Spiel des zweiten Teils und dem Rückgriff auf den ersten Teil kaum unterscheiden kann. Vor den Abschlusstakten wird die langsame Einleitung - verändert - wieder aufgenommen.

Das Adagio wird von drei Themen bestimmt: Das Hauptthema klingt sehr zart und ein wenig melancholisch:



Streichquintett D-Dur Satz Satz 2 Thema 1



Das zweite Thema überrascht mit einem Forte-Einsatz in Moll. Triller des Cellos geben diesem Abschnitt etwas Geheimnisvolles, und auffällige Modulationen steigern gegen Ende die Dramatik.
Und ein drittes übertrifft möglicherweise das erste noch an Innigkeit:



Streichquintett D-Dur Satz 2 Thema 3



Drei Takte der Cello-Triller, nun von der 1. Violine gespielt, führen zum zweiten Teil des Satzes, der nach einer Erinnerung an das erste Thema dessen in Sekundschritten abfallendes Motiv mit unglaublichem Reichtum versieht.
Der dritte Teil greift die drei Themen des Beginns mit einigen Veränderungen wieder auf. Das dritte Thema führt zu einem überraschenden Forte-Ausbruch, mit dem die durch ein neues Motiv im Cello, dann in der 1. Violine bereicherten wunderschönen Schlusstakte beginnen.

Das im Wesentlichen aus fallenden Dreiklängen gebildete Thema



Streichquintett D-Dur Satz 3



lässt das Menuett leicht und heiter erscheinen. Der A-Teil, der mit seiner Wiederholung einen Mittelteil (B) umschließt, ist durchsetzt mit kontrapunktischen Künsten; so endet er z. B. mit kanonischen Fügungen. Diese polyphone Kunst lenkt nicht ab, sondern verstärkt den heiteren Reiz. Der Mittelteil (B; ‚Trio‘) ist voller Liebreiz: Aufstrebende Dreiklangsgirlanden wechseln mit einem 5-Ton-Motiv, das einige Takte lang die Führung übernimmt. Es ist von Pizzicati begleitet und teilweise mit chromatischen Wendungen geschmückt.

Einzigartig ist das Finale. Auch dieser Satz ist mit chromatischen Wendungen geschmückt. „Die chromatisch absteigenden Läufe“ (Villa Musica) des Hauptthemas



Streichquintett D-Dur Satz 4 Hauptthema



aber waren den Streichern zu schwierig, also vereinfachten sie die Läufe



Streichquintett D-Dur Satz 4 gefälschte Fassung



und gaben die vereinfachte Fassung für die Mozarts aus. „Erst die Neue Mozartausgabe hat diese Fälschung beseitigt und den Urtext wieder hergestellt – auf der Basis von Mozarts Autograph“ (s.o.).
Nachdem das Hauptthema auch im Forte und Unisono erschienen ist, wird das Seitenthema als zierliches fünfstimmiges Fugato eingeführt:



Streichquintett D-Dur Satz 4 Seitenthema



Mit Forte und Unisono des Hauptthemas beginnt der zweite Teil, der sein polyphones Spiel mit diesem Thema treibt, wenn es zum Beispiel umgekehrt oder sogar zu einem Fugato verarbeitet wird, wobei der Begriff ‚Arbeit‘ unpassend erscheint, zumindest was das Ergebnis angeht, denn das klingt in seiner ganzen extremen Kunstfertigkeit leicht und verspielt. Der dritte Teil eines klassischen Sonatensatzes wird ‚Reprise‘ genannt, von ‚reprendre‘ - ‚wieder aufnehmen‘. Wieder aufgenommen wird der erste Teil, aber nicht ohne Veränderungen. Die verblüffendste: dass das Hauptthema einfach weitergeführt wird, wenn das Seitenthema einsetzt. Auch diese Verknüpfung ist perfekt gemacht - wie alles perfekt ist in diesem Finale bis hin zur bezaubernden Coda.

Januar 2020



KV 516 g-Moll

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