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Wolfgang Amadeus Mozart
(1756-1791)

Acht Variationen über ‚Ein Weib ist das herrlichste Ding auf dieser Welt‘ KV 613

1791 ist das Todesjahr Mozarts und das Jahr von Mozarts letztem Klavierwerk, den Variationen KV 613. Das Thema für die Variationen hat Mozart einer im Vorstadttheater von Schikaneder aufgeführten ‚Posse mit Gesang‘ eines unbedeutenden Komponisten entnommen. Die Herkunft aus der Posse ist dem Thema anzumerken, vor allem im Mittelteil, in dem acht Takte lang nur C-Dur-Akkorde erklingen. Reizvoll ist der Übergang von diesem Mittelteil zur Wiederholung des Eingangsthemas: In drei jeweils eine Sekunde höheren Stufen steigen sechs in Oktaven gespielte Töne auf, in denen schon die Chromatik angedeutet ist, die Mozart in den Variationen nutzen wird; und ebenso wird Mozart die Kadenz nutzen, die zur Wiederholung hinführt. Ungewöhnlich ist, dass dem Thema eine Einleitung vorangesetzt ist (in der Posse sicherlich die Orchestereinleitung zum Gesang), die Mozart auch jeder Variation voranstellt, dabei aber weniger variiert als die Gesangsmelodie.

In der 1. Variation wird wenig verändert; das dreifache Aufwärts aber zeigt in den Achteln der rechten Hand voll ausgebildete Chromatik und die Kadenz ist verbreitert. Die 2. Variation zeigt in den Eckteilen für den Spätstil Mozarts charakteristische kontrapunktische Feinheiten, im Mittelteil wird das Possenhaft-Polternde verstärkt. Die 3. Variation umspielt das Thema mit Akkordbrechungen von Achteltriolen, und in der vierten wird das Lebhafte aufs Schönste gesteigert u. a. durch die Sechzehntel der Begleitung. Der Übergang zur Thema-Wiederholung (der Drei-Stufen-Aufstieg und die Kadenz) ist hier besonders reizvoll. Dieser Übergang wird immer kunstvoller gestaltet; so in der 5. Variation, die die Begleitsechzehntel nun der rechten Hand anvertraut. Die Gesangsmelodie gewinnt durch die Begleitung immer mehr an freundlicher Intensität. Diese freundliche Intensität wird bei der 6., der Moll- Variation, zum sehnsuchtsvollen Klang, aus dem Burschikosen des Mittelteils wird eine zärtliche Klage, der Übergang wird harmonisch, rhythmisch und kontrapunktisch ein besonderes Kunstwerk im Kleinen. Die Schlussmodulation, die in den bisherigen Variationen immer mehr an Farbe gewann, fügt eine weitere Farbe hinzu. Zunehmend und spätesten bei der 7. Variation wird unverständlich, dass in der Literatur diese Klaviervariationen etwas abschätzig beurteilt werden. In Reclams Klaviermusikführer ist zu lesen: „Das Ganze wirkt doch wie ein Abstieg in eine vulgäre Sphäre.“ Angesichts der großen Innigkeit und kontemplativen Kraft im Adagio-Satz dieser Variation und angesichts der Gestaltung des Übergangs ist dieses Urteil schwer nachvollziehbar. Die letzte Variation verzichtet auf eine Einleitung (In der 7. Variation stand sie mit ihrer lauten Munterkeit im Kontrast zur Stille des ‚Adagios‘). Aufgegriffen wird die Einleitung dann nach der etwas raubeinigen 8. Variation in der wunderbaren Coda – ein Abschluss - nicht unwürdig eines Abschlusses von Mozarts Gesamtwerk für das Klavier.
Oktober 2020



Eine kleine Gigue KV 574

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