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Leoš Janáček
(1854-1928)

Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 (1921)

Con moto - Adagio
Ballade (Con moto)
Allegretto
Adagio

Bei Janáček ist die Antwort auf die Frage nach seinem musikgeschichtlichen Standort besonders schwierig. Er lehnte sich an niemanden an, nicht an die Tradition - wenn auch die mit großem Raffinement ausgearbeitete Gestaltung der ‚Ballade‘ an Spätromantik erinnert - und erst recht nicht an seine Zeitgenossen, mit deren Atonalität er nichts im Sinne hatte. Er suchte eigene musikalische Ausdrucksmöglichkeiten, indem er auf die Sprache der Natur und auf die Melodie der gesprochenen Sprache seines Heimatdialekts hörte: Wenn er dem Klang eines redenden Menschen lausche, höre er am Tonfall, was in ihm stecke, ob er lüge, ob er erregt sei. Die Sprachmelodie sei ein Fensterchen in die Seele des Menschen. Darum ist sie für Janáček geeignet, als melodisches Material in seiner Musik eingesetzt zu werden.
Vier Fassungen, die zwischen 1913 und 1921 entstanden sind, gibt es von Janáčeks Violinsonate. Aufgeführt wird die 1921 vollendete vierte Fassung.
Aus dem melancholisch-klagendem Hauptthema des Ersten Satzes dieser Sonate



Violinsonate 1921 Satz 1 Hauptthema



entwickelt sich nach kurzer Überleitung ein zunächst freundlich anmutendes, sich dann schnell ins Dramatische steigernde Seitenthema:



Violinsonate 1921 Satz 1 Seitenthema



Der von Trillern bestimmte Mittelteil gibt dem Hauptthema ein neues Gesicht. Der dritte Teil des Satzes greift auf den ersten zurück.

Die beiden musikalischen Gedanken, die die Ballade bestimmen, sind von volksliedhaft-schlichter Art, der erste sanft und ruhevoll:



Violinsonate 1921 Satz 2 Thema 1



der zweite zunächst freundlich und lebendig:



Violinsonate 1921 Satz 2 Thema 2



Der erste Gedanke erscheint von Zweiunddreißigstel-Figuren begleitet; dann wird dessen Beginn, nun von Akkorden umsponnen, zu einem ergreifenden Moment der Ruhe. Der zweite, lebendige Gedanke mündet ebenfalls in jenen Moment des dreifachen Piano. Dieser zweite Gedanke wird wieder aufgegriffen, zunächst ins Liebliche, dann ins Bedrohliche verwandelt. Der Schlussteil endet in einer zarten Erinnerung an den Beginn.

Die kurzen Eckteile des Allegretto wirken wie ein Rückgriff auf archaische Formen der Volksmusik; die Verarbeitung dieser Tanzmelodie ist geistreich und spritzig. Der Mittelteil bildet den romantisch-expressiven Gegensatz dazu.

Im Vierten Satz, einem ‚Adagio‘, wird der ruhige melodische Fluss durch beunruhigende Einwürfe gestört, die dem Ablauf des ‚Adagios‘ eine gespannte Erregung geben.

September 2014



Wládi ('Jugend') / Pohádka ('Märchen')

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