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Leoš Janáček
(1854-1928)

Pohádka (‚Märchen‘)

Con moto
Con moto - Adagio
Allegro

Janáček konnte sehr eigensinnig sein. Im positiven Sinne und auf seine Tonsprache bezogen heißt das: Er lehnte sich wenig an Kompositionsweisen der Tradition an und erst recht nicht an die seiner Zeitgenossen, mit deren Atonalität er nichts im Sinne hatte. Sein Vorbild war die Sprache der Natur, auch des Menschen. Die Sprachmelodie sei ein Fensterchen in die Seele des Menschen. Darum ist sie für Janáček geeignet, als melodisches Material in seiner Musik eingesetzt zu werden.

Mit 56 Jahren, also 1910, schrieb Leoš Janáček mit Pohádka (‚Märchen‘) sein erstes bedeutendes Kammermusikwerk und sein einziges vollendetes für Violoncello und Klavier (1923 leicht überarbeitet). Der slawophile Janáček kannte und liebte die russische Musik und Literatur. Bei dem russischen Romantiker Wassilij Shukowskij (1783-1852) fand er – wie fünf Jahre zuvor Rimski–Korsakow für eine Oper - das Märchen vom Prinzen Iwan, der um die Prinzessin Marja freit. Janáček wollte aber mit seiner Musik nicht eine Märchenhandlung nachbilden, sondern die Stimmung erfassen, die sich aus der Beziehung zwischen den beiden Liebenden ergibt. Dabei steht die kantable Musik des Klaviers für die Prinzessin, die rhythmisch stärker betonten Figuren des Cellos stehen für den Prinzen (nach Honolka).

In einem ersten Teil des Ersten Satzes antwortet das Cello mit einer Pizzicato-Figur mehrmals einem kurzen zarten Motiv des Klaviers. Ein zweiter Teil ist verfasst als immer dichter sich verschränkender sehnsuchtsvoller Dialog. Der dritte Teil, dessen Motiv dem des zweiten verwandt ist, kann als heftiger Ausbruch der Leidenschaft interpretiert werden.

Ein zweimaliger Wechsel zwischen ‚bewegt‘ und ‚langsam‘ bestimmt den ersten Teil des Zweiten Satzes. Die bewegten Takte sind spritzig-munter, wenn auch im Pianissimo, die langsamen zeigen in feinster lyrischer Stimmung eine von Sechzehntel begleitete kantable Musik des Klaviers; das Cello wirft melancholisch das Motiv des Quartsprung abwärts ein. Im Adagio-Teil beim zweiten Wechsel verdüstert sich die Stimmung im Klavier. Der weitere Verlauf des Satzes gehört dem vom Cello vertretenen ‚prinzlichen‘ Part, seiner Klage, seinen leidenschaftlichen Ausbrüchen und seiner Begeisterung. Die Coda kehrt zum Beginn zurück; das Bewegt-Muntere verlischt aber in einem Perdendo-Pianissimo.

Auch der Dritte Satz verliert sich im Pianissimo. Er ist ein kleines Rondo, das Rondo-Thema eine muntere Tanzweise, die zweimal wiederholt wird; schon die zweite Wiederholung leitet die Coda ein. Die Zwischenstücke, in denen auch ein Motiv des Rondo-Themas anklingt, bilden in ihrer Sanftheit einen schönen Kontrast zur Munterkeit der Tanzweise.

August 2017



Violinsonate 1921

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