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Joseph Haydn
(1732-1809)

Streichquartett B-Dur op.76,4 Hob.III:78 („Sonnenaufgang“)

Allegro con spirito
Adagio
Menuet: Allegro
Finale: Allegro, ma non troppo

Mit den sechs Quartetten op.76 hat Haydn den Höhepunkt seines Quartettschaffens erreicht. Sie entstanden 1797, im gleichen Jahr wie seine ‚Schöpfung’, teilweise vielleicht schon 1796. Die zeitliche Nähe zur ‚Schöpfung’ und zu deren großartigem Chor über die Entstehung des Lichts und die über einem liegenden Akkord aufsteigende Linie des Hauptthemas im Ersten Satz haben dazu geführt, das vierte Quartett von op. 76 als ‚Sonnenaufgangsquartett’ zu bezeichnen:



Streichquartett op. 76/4 Satz 1 Hauptthema



Das Seitenthema, nach einem längeren Übergangsteil vom Cello vorgestellt, hat eine rhythmisch ähnliche, aber abwärts fallende Melodie. Der erste Teil des Satzes schließt ab mit einer besonders eingängigen Abschlussphrase. Der zweite, der mittlere Teil zeigt das bisher Vorgestellte abgewandelt und in neuem Licht. Das gilt für das Hauptthema, vor allem für ein im Übergangsteil verstecktes Motiv dreier aufsteigender Achtel; die Abschlussphrase wird von einem auffälligen neuen Motiv des Cellos unterlegt, das zum dritten Teile des Satzes hinführt. Der dritte Teil greift nach der Konvention den ersten wieder auf, wird aber hier stark verändert.

Wie innig-verklärt wirkt das mit immer neuen, dunkel getönten harmonischen Farben versehene Hauptthema (A) des Adagio. Aus diesem Thema entwickelt sich ein nicht minder ergreifendes Seitenthema (B), das in Figuren aus Sechzehntel-Triolen der 1. Violine und des Cellos mündet. Diese Folge zweier Themen wird dreimal, immer wieder verändert, wiederholt. So kunstvoll das ‚Adagio‘ in der Satztechnik ist (zum Beispiel die Imitation beim dritten Erscheinen des Hauptthemas) und so reich in den Harmonien, so schlicht ist sein Aufbau: A B A B A + Coda.

Auffällig innerhalb des freundlichen Menuetts (ABA) ist der Beginn seines ‚Trios’ (B): Der Grundton am Ende des Menuett-Teils (A) bleibt liegen; darüber spielen die beiden Geigen in Oktaven eine absteigende, an ungarische Volksmusik erinnernde Melodie mit einem düster-unheimlich klingenden Ende:



Streichquartett op. 76/4 Satz 3 Trio



Humorvoll-bedächtig wirkt das Thema des Schluss-Satzes, ihm folgt eine Moll-Episode, eine Art Variation des Final-Themas, dann wird das bedächtige Finalthema wieder aufgegriffen. Mit der Coda aber ist alle Bedächtigkeit verschwunden. Diese Schlusstakte beginnen più (mehr) Allegro mit einer wunderbaren durchbrochenen Arbeit, von einem Instrument in das andere wechselnd, und enden mit più Presto in einem rasanten Kehraus.

August 2020



Streichquartett op. 76/3 Satz 2 für Flöte und Klav / Streichquartett op. 77/1 G-Dur

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