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Ankündigung
Mit den sechs vom Grafen Erdödy in Auftrag gegebenen Quartetten op.76 hat Haydn den Höhepunkt seines Quartettschaffens erreicht. Sie entstanden 1796/1797, zur gleichen Zeit wie seine ‚Schöpfung’.
Sie zeigen, dass Haydn nicht nur die Quartettmusik Mozarts und Beethovens vorbereitet hat und als Wegbereiter gewürdigt werden muss, sondern dass viele seiner Quartette ihren Wert in sich selbst haben und denen seiner Nachfolger ebenbürtig sind.
Der gesamte ‚Erste Satz‘ des ‚Zweiten Quartetts‘ von op. 76 ist bestimmt von einem genialen Spiel mit zwei abwärtsfallenden Quinten - daher der Beiname ‚Quintenquartett‘. Hier bezeigt sich, wie höchste Kunstfertigkeit umschlagen kann in tiefsten, ausdrucksstarken Gehalt. Ungemein reizvoll ist das ‚Andante‘, ungewöhnlich das ‚Menuett‘, das den Beinamen ,Hexenmenuett‘ erhalten hat, spritzig das ungarische Tanzstück des ‚Finale‘.



Joseph Haydn
(1732-1809)

Streichquartett d-Moll op.76/2 Hob. III:76
(‘Quintenquartett’)

Allegro
Andante o più tosto allegretto
Menuetto: Allegro ma non troppo
Vivace assai

Mit den sechs vom Grafen Erdödy in Auftrag gegebenen Quartetten op.76 hat Haydn den Höhepunkt seines Quartettschaffens erreicht. Sie entstanden 1796/97, zur gleichen Zeit wie seine ‚Schöpfung’.

Die geniale Anfangsidee der beiden abwärts steigenden Quinten hat dem Quartett op.76/2 seinen Namen gegeben,



Streichquartett op. 76/2 Satz 1



ein Motiv, das den gesamten Satz bestimmt, indem die Quinten „transponiert, umgekehrt, bald von dem einen, bald von dem anderen Instrument vorgetragen, imitiert, kontrapunktiert, durch die Harmonisierung immer wieder anders beleuchtet und in kleinere Notenwerte oder andere Intervalle verwandelt werden“. Hier zeigt sich, wie höchste Kunstfertigkeit umschlagen kann in tiefsten, ausdrucksstarken Gehalt. Die Expressivität dieser Klangsprache gewinnt im zweiten Teil des Satzes (in der ‚Durchführung‘) noch an Intensität.
Nach den traditionellen Vorgaben soll der dritte Teil den ersten wieder aufgreifen. Haydn hat aber diesen dritten gegenüber dem ersten stark verändert.

Ungemein reizvoll ist das Andante mit den Außenteilen (A, A') in Dur und dem kurzen Mittelteil (B), der mit Moll beginnt - Gliederung des Andante also: A B A‘. Eine wesentliche Frage an eine Komposition: Wie kommt man von einem Musikteil zum anderen, hier also von A nach B und von B nach A‘? Es zeigt sich an diesem Beispiel, auch an der Überleitung von A‘ zur Coda, dass Haydn die Kunst solcher Überleitungen perfekt beherrscht. Der Apostroph bei A bedeutet, dass es sich nicht um eine einfache Wiederholung des ersten Teils handelt, sondern dass dieser dritte Teil den ersten variiert.

Das Menuett ist zweistimmig und streng kanonisch gearbeitet. Die Klangwirkung der Oktavführung der beiden Violinen bzw. von Bratsche und Cello und die Asymmetrie in der Melodieführung sind so eigentümlich, dass es die Bezeichnung ,Hexenmenuett‘ bekam. Auch der Mittelteil dieses ‚Dritten Satzes‘, das sogenannte Trio, wirkt zu Beginn mit seinem Piano-Staccato recht gespenstig, steigert sich dann zum Fortissimo eines fröhlichen Bauerntanzes.

Spritzig beginnt das Finale mit einem ungarischen Tanzstück:



Streichquartett op. 76/2 Satz 4 Hauptthema



Spielerisch wird es weitergeführt zu einem zweiten Thema, bestehend aus Terzparallelen nur der 1. Violine (Beispiel siehe unten). Ein kurzer zweiter Teil greift Motive aus dem bisher vorgeführten auf, verändert sie und bringt sie in eine neue Ordnung. Etwas Besonderes hat sich Haydn für den dritten Teil einfallen lassen: Zunächst erscheint das ‚ungarische‘ Thema wie zu Beginn in Moll - dieser dritte Teil hat ja die Aufgabe, an den ersten zu erinnern -, doch dann greift er das Thema noch einmal auf, dieses Mal in Dur und ohne Cello; so klingt es leichter und freundlicher. Und in Dur steht auch das zweite Thema:



Streichquartett op. 76/2 Satz 4 Thema 2



Und es bleibt beim Dur, wenn der Satz mit ausgelassener Triolen-Munterkeit endet.

Dezember 2017



Streichquartett op. 74/3 g-Moll / Streichquartett op. 76/3 Satz 2 für Flöte und Klav

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