Mann Thomas
Molière
Klausuren, Klassenarbeiten
Zusammenfasssung und Anm. Buch I und II
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'Frühlingserwachen'
Die Ermittlung
Gedichte
Diss. Anmerkungen
Diss. Kapitel 1 - 4
in Diss. zitierte Literatur
Vortrag

381 vgl. 255,17; 316,13

382 Versiculum zu Thomas‘ ,Pange lingua‘
382a Aber der Gral war doch Frucht der Seligkeiten, eine solche Fülle irdischer Süßigkeit, er hatte beinahe denselben Wert, den man dem Himmelreich zuspricht (wog beinahe ebensoviel wie man vom Himmelreich sagt.)

383 O. G. v. Simson übersetzt E. Gilson (,La Grâce et le saint Graal‘; in: Les Idées et les Lettres, Paris 1932), ,,daß nämlich das scheinbar rein märchenhafte Bild des Grals, an dem ein jeder die Speise findet, nach der er verlangt (238,3 ff. ), zurückgeht auf Bernhard von Clairvaux‘ Beschreibung der Wirkungen göttlicher Gnade.“ (,Über das Religiöse ...' [vgl. Anm. 204] S. 227f.)

384 0. G. v. Simson, ebda. S. 227

385 Von den Unterweisungen über den Kirchgang und den Ermahnungen zum Gottesdienst, die Perceval bei Chrestien von seiner Mutter erhält (Hilka 567-594), übernimmt Wolfram nichts.

386 Würde diese Verfahrensweise Wolframs eine Abkehr von der Kirche bedeuten, so wäre nicht zu verstehen, daß Parzival voller Schmerz bekennt, die Kirche nicht besucht zu haben. Mockenhaupt hat einen Weg gewiesen, auf dem eine Erklärung dafür gefunden werden kann, warum Wolfram, wenn er nicht ein Gegner der Kirche war, der Wirklichkeit dieser Kirche so wenig Eingang in seinen Roman gewährte. Mockenhaupt weist darauf hin, daß der höfische Roman nicht realistisch sei, ihm fehle der reale Raum und die reale Zeit. ,,Zeitgeschichtliche Realität wurde in das Zauberreich der Dichtung nicht eingelassen, dafür aber wurde sie umso stärker mit symbolischer Kraft erfüllt. Die Kirche

aber gehörte eben der Sphäre der Wirklichkeit an . . .“ (,Die Frömmigkeit . . .‘ [ vgl. Anm. 151] S. 262) Darüber, daß der Gral von Wolfram nie als heilig bezeichnet wird, schreibt Mockenhaupt: ,,Sein (Wolframs) Sinn für den Unterschied von dichterischen Konzeptionen und Gegebenheiten der religiösen Wirklichkeit hinderte ihn, die Ausdrücke heilig bzw. Heiligtum zu gebrauchen, wenn sie in irgendwelcher Weise säkularisiert werden mußten." (S. 157 f.)

387 K.-H. Volkmann-Schluck ,Die Lehre . . .‘ (vgl. Anm. 334) S. 116

388 Ich möchte erberme hier mit Mitleid übersetzen, da dieses Wort das, was von Parzival erwartet wird, treffender charakterisiert als das nhd. ,Erbarmen‘ . Die Augustinische Definition von misericordia, das der Lehnübersetzung erberme zugrunde liegt, rechtfertigt diese Übersetzung, denn für Augustinus ist misericordia eine alienae miseriae quaedam in nostro corde compassio (De civ. Dei 9,c.5 MPL 41,261; vgl. Thomas, Summa theol. 11,2, quaestio 30, artic. 2). Mit dieser Einschränkung auf das ,Mitleiden‘ möchte ich nicht ausschließen, daß mit erberme auch die Vorstellung der tätigen Hilfe ausgesprochen sein kann. Martin übersetzt erbarmunge (451,5) mit ,Gefühl für das Unglück‘.

389 G. Keferstein ,Parzivals ethischer Weg‘ (vgl. Anm. 60) S. 73

390 Rahner-Vorgrimler ,Kleines theologisches Wörterbuch‘, Freiburg, Basel, Wien 2. Aufl.1962; S. 139

391 So H. Zimmermann (vgl. Anm. 119) S. 95; S. 227; S. 308

392 ,,Ehe und triuwe und die andern Wolframschen Menschheitsgüter, alle sind sie vollwertig natürliche Dinge, aber eben diese natürlichen Dinge sind bis in die Wurzel hinein oder von ihrer Wurzel aus gnadenhaft, heilig und heiligmachend . . ." (B. Mockenhaupt ,Die Frömmigkeit .. .' [vgl. Anm. 151] S. 242); (vgl. Anm. 43)

393 Cundrie hat nicht nur die Aufgabe, Parzival zu verfluchen, sondern ist durch ihre Erscheinung (vgl. u. S. 141 f.) und ihr Handeln zugleich Parzivals Vorbild; sie zeigt ihm am Anfang seines Leidenswegs die Haltung, die er auf diesem Weg erringen muß. Denn sie hat sich ganz dem Willen Gottes hingegeben, sie führt Gottes Auftrag aus, obwohl sie ihn nicht begreifen kann, obwohl es den Wertvorstellungen des Rittertums, denen auch sie sonst folgt, widerspricht, daß sie einen Unschuldigen durch ihren Fluch ins Leid stürzt (vgl. 313,6; 314,12; 780,4-6). Deshalb auch bittet sie später mit zuht (779,22) um Verzeihung (779,12/13; 779,22- 26). Sie hat also, als sie im Auftrag Gottes handelte, ihre Wertvorstellungen aufgeben können: ir zuht was vertobt (312,4).

394 vgl. 1. Kor 3,21; 4,7; Joh 15,5

395 Über die Funktion, die das Unterlassen der Frage im Gesamt des Romans hat, gibt es widersprüchliche Meinungen. Ein Teil der Forschung mißt der versäumten Frage kein entscheidendes Gewicht zu und spricht von einer „Gewichtsverlagerung“ (F. R. Schröder
,Parzivals Schuld‘ [vgl. Anm. 31] S. 361; vgl. auch S. 342 f.; Schröder zitiert hier zu. stimmend H. Hempel ,Der zwîvel ...‘ [vgl. Anm. 67] S. 185) von der Verschuldung auf der Gralsburg auf die durch den zwîvel. H. Hempel meint, ,,die innere Bedeutung der Gralfrage“ werde „irrtümlich überschätzt“ (S. 183). Diese Interpretation steht im Gegensatz zur Komposition des Romans, was H. Hempel zugibt, wenn er schreibt, daß die Szene auf der Gralsburg „mit ihrer leuchtenden Bildkraft jedem Versuch, sie beiseite zu rücken, widerstand und ihren gewichtigen Anteil am Gang der Handlung behauptete“ (S. 185). Es ist aber nicht ohne weiteres einzusehen, daß eine Szene von solch „künstlerischem Gewicht“ (S. 185) nicht auch entsprechendes Gewicht in Bezug auf die Darstellungsabsicht Wolframs hat, warum man also mit der Hypothese arbeitet, in Wolframs Roman sei nicht „alles . . . restlos zum organischen Bauwerk zusammengestimmt“ (S. 185). Das Leid der Gralsritter, Parzivals Verfluchung, das durch diese Verfluchung bewirkte Leid Parzivals und die ihm folgende Empörung gegen Gott, Parzivals Leid, das ihm aus dem Bewußtsein kommt, das Leid der Gralsritter verschuldet zu haben (vgl.o. S. 70 f.; vgl. auch L. Wolff ,Die höfisch-ritterliche Welt .. .‘ [vgl. Anm. 55] S. 268), Parzivals unablässige Suche nach dem Gral und schließlich der Glanz, der davon ausgeht, daß Parzival in rechter Weise fragt, all das weist auf das Motiv der versäumten Frage als den „eigentlichen Angelpunkt der ganzen Handlung“ (F. R. Schröder ,Parzivals Schuld‘ S. 343).

396 Wer Gott nicht fürchtet, für den ist auch ein gutes Leben nutzlos:
swes lîp sîn zürnen ringet,
des sêle unsamfte dinget,
swie kiuscher sî und waere (113,23-25).
396a ringen swv. leicht machen, erleichtern, abschwächen, besänftigen swes lîp sîn (gotes) zürnen ringet: wer sein zürnen gering anschlägt, wem es gleichgültig ist; dingen swv. gericht halten vor gericht reden, verhandeln, ich führe meine sache vor gericht, swes lîp sîn zürnen ringet, des sêle unsamfte dinget besteht schwerlich vor gericht; wäre: gewesen sein

397 vgl. Hebr 2,17/18: Unde debuit per omnia fratribus similari, ut misericors fieret, et fidelis pontifex ad Deum, ut repropitiaret delicta populi. In eo enim in quo passus est ipse et tentatus, potens est et eis qui tentantur auxiliari. - ,Daher mußte er in allen Dingen seinen Brüdern gleich werden, auf daß er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volks. Denn worin er selber gelitten hat und versucht ist, kann er denen helfen, die versucht werden.‘ (revidierter Text der Lutherübersetzung [ vgl. Anm. 350] )

398 Vor allem bei den Propheten, insbesondere bei Jeremia
398a alsô , alse , als adv. verstärktes sô (der Hölle überantwortet); ver-sinnen stn: das zum bewusstsein kommen, nehme meine sinne, gedanken zusammen, bin verständig; pan = ban: Verbot bei Strafe
398b Mitten in der Hölle ergriff uns die höchste Hand (Stapel); ze: zu, in, an

399 Zum gleichen Ergebnis kommt auch O. G. v. Simson: Ihm ist die tragische Schuld Erweis für „die Eitelkeit alles menschlichen Strebens, das nicht von·der Gnade erleuchtet ist . . . Er (Wolfram) hat gezeigt, daß auch das edelste Menschentum ohnmächtig ist, daß es zu seiner Erfüllung - und der christliche Humanismus des hohen· Mittelalters hat Erfüllung stets als Erlösung gesehen - Gottes bedarf“. (,Über das Religiöse ...‘ [vgl. Anm. 204] S. 225)

400 hât er haz, den wil ich tragn (332,8)
400a bër-haft adj.: fruchttragend, fruchtbar, un-êren swv.:  tr.in unêre bringen, entehren, beschimpfen, schänden: mezzen: zumessen, zuteilen, geben mit dat



Anmerkungen361 - 380 zur Dissertation / Anmerkungen 401 - 420 zur Dissertation

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