Mann Thomas
Molière
Klausuren, Klassenarbeiten
Zusammenfasssung und Anm. Buch I und II
Textauswahl für den Unterricht erläutert
Vortrag über Thomas Morus und seine 'Utopia'
Alkipiades
Hamilkar
Hannibal
Themistokles
Bilder
Opitz, Martin
Ortheil Hanns-Josef
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Metamorphosen
Plinius
'Im Westen nicht Neues'
Rodrian
Sallust
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Die Jungfrau von Orleans
Der Verbrecher aus verlorener Ehre
Maria Stuart
Tell
'Der Vorleser'
Rede
'Das siebte Kreuz'
an Lucilius
Über das glückliche Leben
Dramen
Antigone
König Ödipus
Der Schimmelreiter
Lulu von Strauss und Torney
Süßkind
Tibull
Trakl
Aeneis
Eklogen
Martin Walser
Robert Walser
'Das Gold von Caxamalca'
'Frühlingserwachen'
Die Ermittlung
Gedichte
Diss. Anmerkungen
Diss. Kapitel 1 - 4
in Diss. zitierte Literatur
Vortrag

1 Ich zitiere Wolfram nach der 5. Auflage der Lachmannschen Ausgabe von 1891.
1a 'Jammer blüht auf meiner Treue'; 'aus meiner Liebe wächst mein Leid.'
1b 'Ihre Treue ist mit Jammer belohnt worden.'
1c 'da der ihm doch nie zu seinem Glück geriet'
1d 'Nun hat meine mädchenhafte Scham die Zeit bis zur Belohnung gestreckt und auch meine Leiden.'
1e 'Als Frau war ich nicht gut beraten'; 'Weiblich naiv und unberaten war ich'
1f 'Man wähnt, ich hätte ihn erschlagen lassen, und ich verstehe mich doch nicht auf Verrat, wenn mich auch seine Leute noch so sehr abklagen.'
1g 'ein solch liebevoller weiblicher Sinn drang nie in das Herz einer Frau. Ihre Unschuld/Liebe war eine reine Taufe' (Belacane war Heidin) sloufen: schlüpfen, dringen

2 W. Mohr ,Obie und Meljanz' Zum 7. Buch von Wolframs ,Parzival'; in: Gestaltprobleme der Dichtung, Günther Müller zu seinem 65. Geburtstag, Bonn 1957; S. 9—20; jetzt in: Wege der Forschung Bd. LVII ‚Wolfram von Eschenbach' hrsg. von H. Rupp, Darmstadt 1966; S. 261—286; S. 274
2a 'Schändlich, wer sich so verhält' ge-un-êren swv.: in unêre bringen, beschimpfen
2b 'Oft genug kam sie ab von weiblicher Tugend'
2c 'Es sei Weib oder Mann,
Sie schwächt am hohen Sinne
Oft herzliche Minne. Obie und Meljanz,
Die beiden liebten sich so ganz
Und gar mit solchen Treuen,
Sein Zorn sollt euch nicht freuen'
2d 'Als er so wütend fortritt, da ließ dann Trauer sie so sehr leiden, dass ihre Sanftmut sich heftig in Zorn umwandelte.'

3 W. Mohr ,Obie und Meljanz' (vgl. Anm. 2) S. 268
3a 'Aus Liebe wird auch heute noch viel gestritten, gebt also Obie keine Schuld' wîʒen:stv.: beachten, jemanden einen Vorwurf machen, ihm Schuld geben.
3b 'Ich war nicht richtig bei Verstand, dass ich ihm nicht Liebe schennkte.'
3c 'Sie lag tot an klagender Liebe.'
3d 'Ihr seid mir lieb (wer bestreitet das ) so wie Galoes der Annore, die erst den Tod seinetwegen erwählte, als sie das seine durch eine Tjost verlor.'
3e 'Florie lud ihm mit der Liebe eine Last auf, dass sie ihn aus dem Land jagte, in ihrem Dienste fand man ihn tot.' vür: vorwärts, über etw. hinaus
3f 'Wo immer er ehrenhafte Leute sieht, die lässt er nicht ohne Schmerzen.'
3g 'Durch die Schmach an seinem Leib war er gegenüber Mann und Frau zu hochherziger Gesinnung nicht mehr fähig.' scham. auch Beschämung, schmach, schande
3h 'Jetzt sagt, wie soll ich armen Frau, obwohl ich doch von treuer Liebe bin, bei solcher Qual vernünftig bleiben? Bisweilen schwächen sich auch meine Sinne, seit er so hilflos daliegt, den ich nach Cidegast erwählte, meinen Schaden zu ersetzen und ganz und gar zu rächen.' sît: u. a. da, weil; advers. da doch, obgleich, während; krenken: u. a. schwächen, mindern, erniedrigen, schädigen, zu nichte machen; ergetzen: vergessen machen, entschädigen, vergüten. den schaden ersetzen; durch auch: durch und durch
3i Der beides, Krummes und Gerades geschaffen hat, , kann er es trennen, so möge er das von beiden abwenden, dass es da (bei diesem Kampf) ohne Sterben zu Ende gehe.' wenden: rückgängig machen, abwenden, wehren, hindern, verhindern; ergân: geschehen; zu ende gehen, sich vollenden
3j 'Ich trage den lebendigen Tod (in mir), seit ich von der getrennt bin, die mir Herz und Sinn zu aller Zeit mit aller Macht gefangen nahm und ich darüber um sie nie Freude hatte.' geniezen: intr. mit gen. nutzen woran, freude woran haben,
3k 'Ihn hat ihre Liebe auf mich gejagt, deren Liebe auch mich gefangen hält.'
3l 'Der manche Rittertat vollendet hat, der Freundliche. Mit Recht spreche ich ihn so an. Begleitet von Kühnheit ist sein Rittertum. Nie hat Gottes Macht so viel Tüchtigkeit in das Herz eines Mannes gepflanzt. vrümen: vorwärts schaffen, befördern, schicken, schaffen, machen, bereiten, bewirken, tun; grüezen: anreden, ansprechen u. zwar: um zu grüssen; ellen: stärke mit kühnheit verbunden, mannheit; stiezen: stoßen
3m 'Sie müsse es ihrer lieblichen Erscheinung anrechnen und ihrer schönen Gestalt, was ihr dort von ihm geschah.' jehen: etw. zugestehen, beilegen, zu eigen geben, anrechnen, auf einen schieben,
3n 'Sein Erbteil er forderte, da entschädigte man ihn mit dem Tod. Er war doch Gefolgschaft hier, so dass kein Ohr kein Unrecht von ihm vernahm, vor wilder Bosheit war er zahm, die war von ihm völlig vertrieben. Nun muss ich einen Schlussstein über dem Ruhms allzu früh begraben. Sein Herz war im Anstand unterrichtet.' weren: des schadens gewert werden, entschädigung erhalten; massenie: gefolge, hofstaat, ritterliche gesellschaft; schaben: glatt schaben, polieren, stossen, fortstossen, vertreiben.

4 Aristoteles ‚Nikomachische Ethik' Werke in deutscher Übersetzung hrsg. von E. Grumach; Bd. 6 übers. von F. Dirlmeier; Darmstadt 21960; S. 112 (1135a)

5 Man vergleiche z. B. Orilus oder Obie mit den entsprechenden Gestalten bei Chrestien, vor allem aber Parzival mit Perceval.

6 ,Die Klassik des Rittertums in der Stauferzeit' 1170—1230; in: ,Annalen der deutschen Literatur' hrsg. von H. O. Burger, Stuttgart 21970; S. 147

7 Fr. Maurer ,Parzivals Sünden‘ Erwägungen zur Frage nach Parzivals „Schuld"; in: DVjs. 24 (1950)
S. 304—346; jetzt in: Wege der Forschung (vgl. Anm. 2) S. 49—103; S. 61

8 Daher wird diese Tat dem Artushof als Vergehen vorgeworfen (160,4—10), aber eben nicht Parzival.

9 Fr. Maurer ,Parzivals Sünden' (vgl. Anm. 7) S. 61

10 Verwandtschaft ist bei Wolfram oft sinnbildlich zu verstehen: alle Menschen sind Brüder. Darum deutet Trevrizent die Tötung Ithers als Brudermord. Vgl. dazu: Wolfgang Harms ,Der Kampf mit dem Freund oder Verwandten in der deutschen Literatur bis um 1300‘, München 1963 (Medium Aevum 1) S. 12 f.; 152 f.; 169 f.

11 Fr. Maurer ,Parzivals Sünden' (vgl. Anm. 7)

12 wîse ist urverwandt mit videre — sehen.

13 heute noch in Folge von einen eines dinges wîs tuon peioratives ,weismachen' = wissen machen

14 vgl. 141,20/21 (vgl. o. S. 4); 365,8-10 (vgl. o. S. 3); 616,27-30 (vgl. o. S. 5); 213, 24/25 (vgl. o. S. 6)

15 vgl. Titurel I,48: Owê des, si sint noch °°°ze tump ze solher angest.

16 vgl. W. J. Schröder - G. Hollandt, Wolfram von Eschenbach ‚Willehalm‘ ‚Titurel‘ Text, Nacherzählung, Anmerkungen und Worterklärungen, Darmstadt 1971; S. 639; vgl. auch das Homerische népios = jugendlich, unwissend; dazu: M. Kommerell ,Lessing und Aristoteles' Untersuchungen über die Theorie der Tragödie, Frankfurt a. M. 31960; S. 125

17 Im Hildebrandslied z. B. sprechen die beiden, die zum Kampf angetreten sind, miteinander, und Hildebrand entdeckt dabei, daß der Gegner sein Sohn ist. Im ,Parzival‘ treffen die Gegner meist mit geschlossenem Visier aufeinander und kämpfen, ohne ein Wort gewechselt zu haben.

18 Ich zitiere die ,Confessiones‘ nach der Ausgabe von P. de Labriolle, auf die J. Bernhart in seiner Ausgabe (eingeleitet, übersetzt und erläutert) zurückgreift, München 21960. Die übrigen Werke sind nach Migne, Patrologia latina (MPL) zitiert.
18a 'ein Wort, das immerwährend gesprochen wird und durch welches alles immerwährend gesprochen wird.' (Übersetzung: Joseph Bernhart)

19. . . ea posse deficere, quae ex nihilo facta sunt (De civ. Dei XII, 8; MPL 41,355)
19a 'Nicht also wäre ich, mein Gott; ja gar nicht wäre ich, wenn du nicht wärest in mir. Oder vielmehr, wäre ich nicht, wenn ich nicht wäre in dir.' (s. o.)
19b 'bei die haben aller ... unständigen Dinge Ursachen ihren Stand, dauern alles ... Wandelbaren unwandelbare Entsprünge' (s. o.)
19c 'abgekehrt von dem einen, von Dir, vernichtigte ich mich an das Viele.(s. o.)
19d 'dass ein anderes Licht sie erhellen muss, soll sie teilhaben an der Wahrheit, weil nicht sie selber wesenhaft Wahrheit ist. (s. o.)
19e denn du "erleuchtest meine Leuchte, Herr; du, mein Gott machst hell meine Finsternis", "und von deiner Fülle haben wir alle empfangen." Ja "du bistdas wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt", denn "in dir allein gibt es keinen Wandel noch Verschattung auch nur für einen Augenblick".(s. o.)


20 vgl. Schelling .Philosophie der Kunst‘ Ausgewählte Werke (Nachdruck der Gesammelten Werke 1. Abt. Bd. 5, 1859), Darmstadt 1966; S. 344



'Parzival' / Anmerkungen 021 - 040 zur Dissertation

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