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Tibull, Elegien

Buch I, Vierte Elegie



‚Sic umbrosa tibi contingant tecta, Priape,
°°°ne capiti soles, ne noceantque nives:
quae tua formosos cepit sollertia? certe
°°°non tibi barba nitet, non tibi culta coma est;
5 nudus et hibernae producis frigora brumae,
°°°nudus et aestivi tempora sicca Canis.'
sic ego: tum Bacchi respondit rustica proles
°°°armatus curva sic mihi falce deus.
contingere: berühren, nahe sein, auch = zuteil werden
sollertia (solertia), ae, f.: der schöpferische Geist, die Erfindsamkeit, , Anstelligkeit, Geschicklichkeit, im üblen Sinne das Raffinement, die Schlauheit, Verschmitztheit; producere: u. a. eine Zeit hinziehen = verstreichen lassen, hinbringen; bruma: Winterzeit, Winterkälte, der Winterfrost; proles, is, f.: Sprößling, Kind, Nachkomme;


So schattige Dächer mögen dir, Priapus, zuteilwerden, dass deinem Haupte nicht die Sonne, dass ihm nicht der Schnee schadet (Vielleicht ist er als Vogelscheuche gedacht.). Welche deine Fähigkeit ergreift die hübschen Burschen? Sicher prangt dir nicht ein Bart, und du hast kein gepflegtes Haar. Nackt lässt du die Kälte des winterlichen Frosts verstreichen, nackt auch die trockene Zeit des sommerlichen Hundsstern.
So sprach ich: Da antwortete mir der bäuerliche Sprössling des Bacchus, der mit einer gekrümmten Sichel bewaffnete Gott Folgendes:



'o fuge te tenerae puerorum credere turbae:
°°°10 nam causam iusti semper amoris habent.
hic placet, angustis quod equum compescit habenis
°°°hic placidam niveo pectore pellit aquam;
hic, quia fortis adest audacia, cepit: at illi
°°°virgineus teneras stat pudor ante genas.
fugere: im weitern Sinne: etwas fliehen = zu vermeiden od. zu entgehen suchen; compescere, o: bezähmen; habena: Zügel; pellere, o: stoßen, schlagen, besiegen;


O suche zu vermeiden, dich der zarten Schar der Jungen anzuvertrauen, denn sie haben immer einen Grund für wahre Liebe. Dieser gefällt, weil er das Pferd mit straffen Zügeln zähmt, dieser drängt das sanfte Wasser mit schneeweißer Brust zurück, dieser fesselt, weil starke Kühnheit vorhanden ist und jenem steht jungfräuliche Scham auf den zarten Wangen.



15 sed ne te capiant, primo si forte negabit,
°°°taedia; paulatim sub iuga colla dabit.
longa dies homini docuit parere leones,
°°°longa dies molli saxa peredit aqua;
annus in apricis maturat collibus uvas,
°°°20 annus agit certa lucida signa vice.
forte: insbes.: Abl. forte, von ungefähr, zufällig, einmal etwa, vielleicht; collum: Hals; dies auch: die Zeit (als Reihe der Veränderungen endlicher Dinge); per-edo, edi, esum, ere: ganz verzehren, aufzehren, zernagen; vicis (als Genet.; Nom. kommt nicht vor), vicem, vice: der Wechsel;


Aber lass nicht Überdruss dich ergreifen, wenn er sich zunächst einmal verweigert. Allmählich wird er den Nacken unter das Joch legen. Lange Zeit lehrte die Löwen, dem Menschen zu gehorchen, lange Zeit zersetzt die Felsen durch weiches Wasser. Das Jahr reift die Trauben auf sonnenbeschienenen Hügeln, das Jahr bewegt die glänzenden Sterne in bestimmtem Wechsel.



nec iurare time: veneris periuria venti
°°°inrita per terras et freta summa ferunt
gratia magna Iovi: vetuit Pater ipse valere,
°°°iurasset cupide quidquid ineptus amor:
25 perque suas impune sinit Dictynna sagittas
°°°adfirmes, crines perque Minerva suos.
ir-ritus, a, um: ungültig, vergeblich, unwirksam, erfolglos; fretum: Meer, Brandung; ineptus: unpassend, töricht, vernunftwidrig; cupide, Adv. m. Compar. u. Superl. (cupidus), begierig, mit Begierde (Begier), im üblen Sinne = leidenschaftlich, mit Leidenschaft, hitzig (dah. auch übereilt, voreilig; sino, sivi, situm, ere: etw. geschehen lassen, dulden, gestatten, m. bl. Coniunctiv: sine veniat, laß ihn nur kommen; Dictynna, ae, f.: Beiname der Artemis als Jagdgöttin;


Fürchte dich nicht zu schwören: Die Winde tragen die unwirksamen Meineide der Venus über die Länder und hohen Meere. Vielen Dank dem Juppiter: Der Vater selbst verbot, dass das gelte, was immer die vernunftwidrige Liebe begierig geschworen habe. Dass du ungestraft bei ihren Pfeilen bekräftigst, lässt Dictynna zu, bei ihren Haaren Minerva.



at si tardus eris errabis. transiet aetas
°°°quam cito! non segnis stat remeatque dies.
quam cito purpureos deperdit terra colores,
°°°30 quam cito formosas populus alta comas.
quam iacet, infirmae venere ubi fata senectae,
°°°qui prior Eleo est carcere missus equus.
vidi iam iuvenem, premeret cum serior aetas,
°°°maerentem stultos praeteriisse dies.
35 crudeles divi! serpens novus exuit annos:
°°°formae non ullam fata dedere moram.
solis aeterna est Baccho Phoeboque iuventas:
°°°nam decet intonsus crinis utrumque deum.
segnis: säumig, lässig, träge, langsam; stare: u. a. stillstehen, -halten; deperdere, o: zugrunde gehen, verlieren; Eleus, u. (andere Schreibart) Elius a, um: elisch, aus Elis (gebürtig), Elis ist ein an Olympia angrenzender Bezirk; maereo, ui, ere (vgl. miser): wehmütig-, tief betrübt- traurig gestimmt sein, in Wehmut-, in Ergebung trauern, maerens: in Wehmut trauernd, wehmütig, tief betrübt; exuere, o, ui: aus-, abziehen, befreien


Aber wenn du langsam bist, irrst du. Wie schnell vergeht die Zeit. Nicht säumig steht der Tag still und nicht geht er rückwärts. Wie schnell verliert die Erde ihre Purpurfarben, wie schnell die hohe Pappel ihr schönes Laub. Wie liegt das Ross, das als erstes aus der elischen Umzäunung (zum Rennen) hinausgeschickt wurde, danieder, nachdem das Schicksal des schwachen Alters gekommen ist,. Ich habe einen Jüngling, als die ernstere Zeit drängte, gesehen tief betrübt, dass die Tage töricht vorübergegangen sind. Ihr grausamen Götter! Die Schlange, in ihrer Neuheit (enthäutet), hat die Jahre abgelegt. Der Schönheit hat das Schicksal keinen Aufschub gegeben. Dem Bacchus und dem Phoebus allein ist ewige Jugend gegeben, denn es ziert ungeschoren das Haar jeden der beiden Götter mit 16 wurden den Knaben normalerweise die Haare kurz geschnitten.).



tu, puero quodcumque tuo temptare libebit,
°°°40 cedas: obsequio plurima vincet amor.
neu comes ire neges, quamvis via longa paretur
°°°et Canis arenti torreat arva siti,
quamvis praetexens picta ferrugine caelum
°°°venturam amiciat imbrifer arcus aquam. ?
45 vel si caeruleas puppi volet ire per undas,
°°°ipse levem remo per freta pelle ratem.
nec te paeniteat duros subiisse labores
°°°aut operae insuetas atteruisse manus;
nec, velit insidiis altas si claudere valles,
°°°50 dum placeas, umeri retia ferre negent.
si volet arma, levi temptabis ludere dextra;
°°°saepe dabis nudum, vincat ut ille, latus.
obsequium, ii, n. (obsequor): die Nachgiebigkeit, Willfährigkeit, Gefälligkeit, Dienstbeflissenheit; plurimum: am meisten; quamvis: Coni., so sehr auch, wenn auch noch so, es mag auch noch so sehr, gew. m. folg. Coniunctiv; areo, ui, ere: trocken, dürr sein, vertrocknet sein, vor Durst schmachten, lechzen; praetexere, o: verbrämen, umsäumen; pingere, o , pinxi, pictus: (be)malen ferrugo, inis f.: Eisenrost, dunkle Farbe; amicire: umhüllen, einwickeln; imbrifer, fera, ferum: Regen bringend; arcus, altlat. arquus, us, m.: der Bogen;
puppis, is, f., das Hinterdeck des Schiffes, das ganze Schiff; fretum, i, n. u. fretus, us, m.: die Strömung, Flut des Meeres; atterere, o: u.a. wund reiben; insuetus, a, um: eine Sache nicht gewohnt, m. Genet.; dum: u. a. insoweit, insofern, wenn oder wofern nur, placeo, ui, itum, ere: gefallen, gefällig sein; negare: versagen, verweigern, abschlagen, sich weigern


Was auch immer deinem Knaben gefällt zu versuchen, du mögest dich fügen: durch Nachgiebigkeit erreicht die Liebe am meisten. Du mögest dich nicht weigern, als Gefährte mitzugehen, wenn auch eine noch so lange Reise vorbereitet wird und der Hundsstern die Fluren dörrt mit lechzendem Durst, wenn auch der regenbringende Bogen, den mit dunkler Farbe gemalten Himmel umsäumend, das kommende Wasser umhüllt. Oder wenn er mit dem Schiff durch die blauen Fluten fahren will, treibe du selbst mit dem Ruder das leichte Schiff durch die Flut. Nicht soll es dich reuen, harte Mühen auf dich genommen oder die der Arbeit ungewohnten Hände wund gerieben zu haben. Und wenn er tiefe Täler mit Jagdfallen abschließen will, mögen, wenn du gefällig sein möchtest, deine Schultern es nicht verweigern, die Netze zu tragen. Wenn er die Waffen will, wirst du versuchen, mit leichter Rechten zu üben. Und du wirst ihm oft die ungeschützte Seite hinhalten, damit jener siege.



tunc tibi mitis erit, rapias tum cara licebit
°°°oscula: pugnabit, sed tibi rapta dabit.
55 rapta dabit primo, post adferet ipse roganti,
°°°post etiam collo se implicuisse velit.
licet: wie V. 25 ‚sinere‘ auch mit folgendem Konjunktiv, amet licet, Ov.: sequatur licebit, er mag usw., Cic.: sis ignota licebit, du magst unbekannt bleiben, Prop.; im-plico, plicui, plicitum u. plicavi, plicatum, are (in u. plico), in etw. hineinfalten, -wickeln, -schmiegen, um etw. herumschlingen, brachia collo, die Arme um den Hals schlingen, Verg.: lacertos circum colla, Verg.


Dann wird er dir sanft gesonnen sein, dann magst du liebe Küsse rauben: er wird Widerstand leisten, aber er wird dir die geraubten zurückgeben. Er wird sie zunächst als die geraubten geben, später wird er selbst sie dem Bittenden antragen, später will er sich sogar deinem Hals angeschmiegt haben.



heu male nunc artes miseras haec saecula tractant:
°°°iam tener adsuevit munera velle puer.
at tua, qui venerem docuisti vendere primus,
°°°60 quisquis es, infelix urgeat ossa lapis.
Pieridas, pueri, doctos et amate poetas,
°°°aurea nec superent munera Pieridas.
carmine purpurea est Nisi coma: carmina ni sint,
°°°ex umero Pelopis non nituisset ebur.
65 quem referent Musae, vivet, dum robora tellus,
°°°dum caelum stellas, dum vehet amnis aquas.
at qui non audit Musas, qui vendit amorem,
°°°Idaeae currus ille sequatur Opis,
et tercentenas erroribus expleat urbes
°°°70 et secet ad Phrygios vilia membra modos.
blanditiis vult esse locum Venus ipsa: querellis
°°°supplicibus, miseris fletibus illa favet.'
urgeo u. urgueo, ursi, ere: drängen, drängend fortstoßen, treiben, stoßen; Pieros: ein Mazedonier, Vater der neun Musen (= der den Dienst der Musen, ihre Zahl und ihre Namen in Thespiä einführte), Pieris, idis, f. (Pieris), a) im Plur. Pierides = die Töchter des Pieros; Pieriae, die Musen, Musae, quas Pieridas et Pierias poëtae solent appellare, Cic. de nat. deor. 3, 54.; superare: überwinden, überwältigen, jmd. im Kampfe = besiegen, übertreffen; Nisus, i, m. (Nisos), König in Megara, Vater der Scylla, die ihres Vaters purpurnes Haar, auf dem das Schicksal des Staates beruhte, abschnitt u. seinem Feinde Minos gab; ni: = nisi, wo nicht, wofern nicht, wenn nicht; Pelops, opis, m.: Sohn des Tantalus, Vater des Atreus, Thyestes u.a., der Liebling des Poseidon (Neptun); nach Pelops soll der Peloponnes benannt sein. Tantalus bewirtete einst die Götter, deren Liebling er war, schlachtete bei dieser Gelegenheit seinen Sohn Pelops, zerstückelte ihn und setzte ihn seinen Gästen vor. Die Unsterblichen ließen sich durch das gräßliche Gericht nicht täuschen und berührten es nicht. Nur Demeter (Ceres), vertieft in den Schmerz um ihre verlorene Tochter, verzehrte die Schulter. Darauf ließen die Götter durch Hermes (Merkur) die zerstückelten Glieder des Knaben in einen Kessel tun u. ihm durch Kochen Gestalt und Leben wiedergeben. Klotho zog ihn aus dem Kessel heraus, und da die verzehrte Schulter fehlte, ersetzte Demeter (Ceres) diese durch eine elfenbeinerne; veho, vexi, vectum, ere: führen, tragen, fahren, bringen; Ida: ein hohes Gebirge, das in Phrygien beginnt u. durch Mysien (also auch durch die Landschaft Troas) sich erstreckt, berühmt als Verehrungsstätte der Cybele, Idaeus, a, um (Idaios), zum Ida gehörig, idäisch;
Ops, Opis, f., die Göttin Ops = die Erde, als Mutter der Feldfrüchte und als Sinnbild der Fruchtbarkeit, Nahrung, des Überflusses u. Reichtums, Schwester u. Gemahlin des Saturnus, mit der Rhea = Cybele identifiziert; seco, secui, sectum, aber secatarus, are (ahd. seh, Pflugmesser, sëga, Säge, sëgansa, Sense), schneiden, abschneiden, zerschneiden; Phrygii modi: eine Art laute u. leidenschaftliche Musik, die bei der Cybelefeier gebräuchlich war, die Phrygier, die Bewohner der Landschaft Phrygien, berühmt als geschickte Goldsticker, aber wegen ihrer Trägheit u. Dummheit verachtet; vilis, e: wertlos, gering an Wert, gleichgültig, verächtlich; faveo, favi, fautum, ere: jmdm. od. einer Sache geneigt-, günstig-, gewogen sein, für jmd. od. etw. eingenommen sein, an jmd. Anteil nehmen, dah. auch jmd. od. etw. durch seine Gunst fördern, befördern, begünstigen, unterstützen,


Ach, schlecht behandelt jetzt diese Zeit die erbarmungswürdigen Künste: Schon hat ein hübscher Knabe sich angewöhnt, Geschenke für wünschenswerter halten. Und der du als erster gelehrt hast, die Liebe zu verkaufen, wer du auch immer bist, deine Gebeine soll ein unheilvoller Grabstein bedrängen. Liebt, ihr Knaben, die Musen und die gebildeten Dichter. Goldgeschenke sollen nicht die Musen überbieten. Durch ein Gedicht ist das Haar des Nisus purpurn; wenn es Gedichte nicht gäbe, glänzte nicht Elfenbein aus der Schulter des Pelops. Wen die Musen überliefern, der wird leben, solange die Erde Eichen, der Himmel Sterne und der Strom Wasser bringen wird. Wer aber nicht die Musen hört, wer die Liebe verkauft, der möge dem Wagen der Idäischen Ops folgen und er möge dreihundert Städte mit seinem Umhertaumeln füllen und zu phrygischen Weisen wertlose Glieder abschneiden (ekstatisch-orgiastischer Kult). Venus selbst will, dass eine Stelle sei für Schmeicheleien: jene nimmt Anteil an den flehenden Klagen, den armen Weinenden.



haec mihi, quae canerem Titio, deus edidit ore:
°°°sed Titium coniunx haec meminisse vetat.
75pareat ille suae: vos me celebrate magistrum,
°°°quos male habet multa callidus arte puer.
gloria cuique sua est: me, qui spernentur, amantes
°°°consultent: cunctis ianua nostra patet.
tempus erit, cum me Veneris praecepta ferentem
°°°80 deducat iuvenum sedula turba senem.
eheu quam Marathus lento me torquet amore!
°°°deficiunt artes, deficiuntque doli.
parce, puer, quaeso, ne turpis fabula fiam,
°°°cum mea ridebunt vana magisteria.
e-do, didi, ditum, ere: herausgeben, -tun, angeben, mitteilen, geben, erklären, aussprechen, bestimmen; os, oris, n.: das Antlitz, Gesicht, Zunge, u.a. die Sprache als Mittel zum Unterricht usw., philosophorum ingenia Socratico ore defluentia; male habet: zB. alqm male, jmd. schlecht halten = schlecht erziehen, Plaut.; od. = übel mitspielen, -mitnehmen, belästigen; deducere: u. a. begleitend, als Führer od. Begleiter mitnehmend zu jmd. od an einen Ort abführen, hinführen, fortbringen, hinbringen, herbringen, mitbringen, mitnehmen, geleiten; magisterium: u. a. Unterricht, Rat, die Lehre,


Dies, was ich dem Titius künden sollte, gab mir der Gott mit seiner Zunge: Aber die Gattin verbietet, das Titius daran denkt. Mag er der Seinen gehorchen: Feiert ihr mich als Meister, ihr, denen der schlaue Knabe mit viel Kunst übel mitspielt. Jedem sei seine Ehre. Mich mögen die Liebenden befragen, die verschmäht werden. meine Tür steht allen offen. Es wird eine Zeit kommen, da mich Greisen, der ich die Vorschriften der Venus überbringe, eine eifrige Schar von Jünglingen geleiten wird. Ach, wie quält mich Marathus mit gleichgültiger Liebe. Die Künste nehmen ab und die Kunstgriffe nehmen ab. Verschone mich, Knabe, ich bitte dich, damit ich nicht eine schimpfliche Geschichte (zu einem schimpflichen Geschwätz) werde, wenn sie meine eitlen Lehren belachen werden.



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