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Theodor Storm, Der Schimmelreiter

Klasse 8a am 04.03.1998

I. Charakterisiere Hauke Haien, indem du in jedem Fall die Seiten 13,5 - 14,19; 34,21 - 35,11; 56,26 - 57,29; 101,32 - 102,8; 110,28 - 110,36; 140,28 - 141,3 berücksichtigst!

Achte darauf, dass du nicht in eine Textwiedergabe ausweichst!
Ob du bei der Charakterisierung den einzelnen Abschnitten folgst oder ob du einen zusammenhängenden Text schreibst, ist deine Entscheidung.

II. Wenn du noch Zeit hast: Stelle dar, was du persönlich von einem Menschen wie Hauke Haien denkst!

Lösungsvorschlag

13,05 - 14,19
Eifer, Ehrgeiz, ja Besessenheit besitzt schon der junge Hauke Haien. Als sein Vater ihn zur Deicharbeit schickt, um ihn von der Beschäftigung eines Halbgelehrten abzubringen, zeigt sich, dass er mehr körperliche Arbeit leistet als andere, dass er aber auch weiterhin über die Probleme des Deichbaus nachdenkt.
Zu seinem Ehrgeiz kommt eine geniale Begabung, deren Wert er selber spürt, so dass Hauke Haien auch von großem Selbstbewusstsein erfüllt ist. Dieses Selbstbewusstsein wird deutlich, als er dem Vater sagt, dass die Deiche anders gebaut werden müssen; und als der Vater ironisch meint, er solle Deichgraf werden, dann könne er sie anders machen, antwortet der Sohn ernsthaft mit ‘Ja’ und ist überzeugt, dass die bisherigen Deichbauer nichts Rechtes konnten.
Er ist so besessen von seinen Vorstellungen, dass er sich auf die Springflut freut, bei Sturm und Wetter die Deiche und die Wirkung der Flut auf die Deiche beobachtet, dass er sogar zu Hause an Modellen diese Beobachtungen fortsetzt. Darüber versäumt er den Kontakt zu Gleichaltrigen, die ihn für einen Träumer halten.

34,21 - 35,11
Hauke Haien bewährt seine Tüchtigkeit und Energie als Kleinknecht des Deichgrafen, indem er den Deichgrafen hinweist auf das eine oder andere von schädlichem Tun oder Unterlassen. Die Leute, die bisher nicht ordentlich gearbeitet haben, sind über die neuen Anweisungen unwillig; und so macht Hauke sie sich zu Feinden. Aber es gibt auch andere, die von der Fähigkeit Haukes so beeindruckt sind, dass sie bedauern, dass er nicht Deichgraf werden kann.

56.26 - 57,29
Der zunächst positiv zu wertende Ehrgeiz des Hauke Haien entwickelt sich zur Menschenverachtung und zu übertriebenem Ehrgeiz und übertriebener Selbsteinschätzung, weil er sich in seinem Bemühen, für die Menschen ein großes Werk zu schaffen, nicht anerkannt sieht.
Denn als in Hauke immer mehr die Überzeugung wächst, dass er der richtige Deichgraf sei, wie mittlerweile auch sein verstorbener Vater geglaubt hat, und er alle Kraft daran setzen will, dieses Ziel zu erreichen, erkennt er, dass er wenig Hilfe von anderen erwarten kann, dass er sich zu viele Feinde gemacht hat; und so wächst in ihm ein Groll gegen diese Menschen, die ihn nicht in dem Amt haben wollen, zu dem von allen nur er berufen war. So entwickeln sich in ihm neben der Ehrenhaftigkeit und der Liebe ... Ehrsucht und der Hass.

101,32 - 102,8
Hauke Haiens Wesen wird zunehmend geprägt von Einsamkeit um ihn; und die Folgen sind Trotz und abgeschlossenes Wesen gegen andere Menschen; seine Arbeiter fährt er hart an.
Dass er im Grunde warmherzig geblieben ist, wird in der Beziehung zu seinem Kind und seiner Frau deutlich (siehe auch die Fürsorge für Trin’ Jans).

110,28 - 110,36
Den negative Zug in seinem Wesen, die negative Seite seines Ehrgeizes lernen wir kennen, als er erfahren hat, dass die Leute den von ihm erbauten Koog Hauke-Haien-Koog nennen; es zeigt sich ein Stück Überheblichkeit und Hochmut in seinem Charakter, indem er meint, alle Friesen zu überragen und mitleidig und voll Verachtung über sie wegsehen zu können.

140,28 - 141,3
Aber sein Hochmut geht nicht so weit, dass er nicht zur Einsicht in sein Fehlverhalten fähig ist: es hat ihn sein Gewissen in der ganzen Zeit nach seiner Krankheit gequält und bei der letzten Sturmflut weiß er es in aller Deutlichkeit: er hat sich schuldig gemacht, indem er die Erneuerung des alte Deiches nicht durchgesetzt, nicht intensiv genug gegen die Trägheit der Menschen gekämpft hat.



Klassenarbeit: Genie und Niederlage Haukes / Der Schimmelreiter

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