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4. Klassenarbeit 8a
08.03.01

Thema: Schiller ‚Die Jungfrau von Orleans‘ II,8; IV,1
Johanna und ihre Berufung

Löse folgende Aufgaben:
1. Stelle dar, wie sich nach Meinung Johannas eine Berufene verhalten muss!

2. Stelle dar,
a) warum sich Johanna schuldig fühlt,
b) wie sie sich entschuldigt!

Lösungsvorschlag:

zu 1. Stelle dar, wie sich nach Meinung Johannas eine Berufene verhalten muss!
Als blindes Werkzeug Gottes darf Johanna als die Berufene ihren Auftrag und die Art seiner Durchführung nicht hinterfragen, sondern muss diesem Auftrag mit blinden Augen nachkommen; das heißt, dass sie, die als Frau eigentlich unkriegerisch ist und voller Mitleid, mit Unerbittlichkeit, unbeirrt, sich selbst aufgebend die willenlose Vollstreckerin des göttlichen Auftrags ist: ... in der zitternden Hand regiert/Das Schwert sich selbst, als wär es ein lebendger Geist.

zu 2. Stelle dar,
a) warum sich Johanna schuldig fühlt

Johanna fühlt sich schuldig, weil sie sich verliebt hat, das heißt aber auch: ihrer Berufung untreu geworden ist. Denn es ist ihre Berufung, ohne Rücksicht auf ihre natürliche Bestimmung ausschließlich das eine von Gott auferlegte Ziel, die Vertreibung der Engländer aus Frankreich, zu verfolgen, ohne von dem Weg dorthin abzuweichen.
Dass sie nun Anderes will, etwas, was ihrer Natur eher entspricht, dass sie sich nach irdscher Liebe sehnt, nach dem Geliebten, der als Engländer zudem auf der Seite derer steht, die sie im Auftrag Gottes bekämpfen muss, das empfindet sie als schwere Schuld, als Verbrechen; und sie glaubt, sie sei deshalb in der Hölle Schlingen.

b) wie sie sich entschuldigt!
Als Entschuldigung trägt sie in ihrem Gebet an die Gottesmutter vor, dass ihr dieser Auftrag gleichsam aufgedrängt wurde (es war nicht meine Wahl!), dass Gott bzw. in dessen Auftrag die Gottesmutter sie gleichsam schuldig gemacht habe:
Doch du rissest mich ins Leben,
In den stolzen Fürstensaal,
Mich der Schuld dahinzugeben.
Von Natur aus habe sie ein fühlend Herz voller Liebe, und es sei gegen ihre Natur, wegen dieser furchtbaren Berufung ihr Herz zu verhärten. Für eine solche Berufung seien himmlische Geister eher geeignet, Die nicht fühlen, die nicht weinen, nicht aber ein Mensch wie sie, ein Mensch mit einer weichen Seele.



Hintergrundinformation / II,7 und 8; IV,1 (Klassenarbeit für 10)

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