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7. Klassenarbeit 8a am 10. Mai 1995

Lulu von Strauss und Torney ‘Die Tulipan’

Inhaltsangabe
Skizze für eine Inhaltsangabe
1. Die Straßen und die Wanderer auf ihr; Problem der sieben Jahr (1-10)

2. Die beiden Gesellen; Rede des Gärtners über Geld und Tulpe; der Neid und der Jähzorn des Schmieds; der Mord (11-32)

3. Anstellung des Schmiedegesellen im nächsten Dorf; die Hochzeit (33-44)

4. Arbeit des Schmieds; Behandlung derer, die von außen kommen (45-54)

5. Alpträume; Sprechen im Traum: dass einer am Straßenrand liegt; die Fragen der Frau; wütende Reaktion (55-64)

6. Das nächste Frühjahr; das Blühen der Tulpe; Ausgraben der Tulpe; Die Entdeckung des Toten (65-84)

7. Das Fragen und Raunen der Leute, wer der ungesühnte Tote sei; Absicht, den Toten in geweihter Erde zu begraben (85-94)

8. Bestattung des Toten; der Schmied bleibt zu Hause; die Frage der Frau, ob der Tote der sei, von dem der Schmied geträumt habe (95-114)

9. Flucht der Frau vor dem Schmied, der sie erschlagen will; das Bekenntnis der Frau, dass ihr Mann der Mörder ist (115-120)

10. Die Sühne

A. Einleitung
In der Ballade ‘Die Tulipan’ erzählt Lulu von Strauss und Torney von einem Mord, der nur von einer überirdischen Macht entdeckt und gesühnt werden kann. Diese überirdische Gerechtigkeit bedient sich bei der Entdeckung der Alpträume des Mörders, in denen laut sein schlechtes Gewissen spricht, und einer Blume, die aus der Zwiebel in der Hand des Ermordeten erblüht, so dass der Leichnam gefunden wird.

B. Hauptteil
Ein Schmiedegeselle, der schon zu lange auf Wanderschaft ist, und ein Gärtnergeselle, der einen Beutel voller Gulden und die Zwiebel einer seltenen Blume, der Tulipan, zu seiner Mutter bringen will, begegnen sich während eines Hochsommertags. Als der Schmiedegesell von dem Geld hört, erschlägt er aus Neid und Gier den Gärtnergesellen, nimmt ihm das Geld ab und verscharrt ihn am Straßenrand; die Tulpenzwiebel lässt er in der Hand des Toten zurück.

Im nächsten Dorf wird er von einer Schmiedemeisterin, deren Mann um die Lichtmesszeit gestorben ist, eingestellt; im Winter heiratet er die Meisterin. Der Schmied macht seine Arbeit gut, und die Meisterin ist glücklich, bis Alpträume des Schmieds, die ihn von einem, der am Straßenrand liegt und nicht Ruhe gibt, schreien lassen, die Frau so verstören, dass sie ihn nach dem Sinn seiner Worte fragt. Als der Schmied mit Wut reagiert, wird die Meisterin betrübt.

Im nächsten Frühjahr wächst die Tulpe wie ein grüner Finger aus der Erde, wird entdeckt, und der Pfarrer lässt dieses Herrgottswunder holen. Als die Tulpe ausgegraben wird, entdeckt man die Leiche; so hat in den Augen der Dorfbewohner die Tulpe ein Verbrechen geoffenbart. Die Bewohner des Dorfs wollen den ungesühnten Toten in geweihtem Grund begraben. Der Schmied geht nicht zur Beerdigung; und seine Frau fragt ihn, ob es dieser Tote mit der Tulpe sei, der ihm nicht Ruhe gegeben habe. Als der Schmied sie erschlagen will, weil er fürchtet, dass sie anderen von seinen Träumen erzählt, flüchtet sie zum Pfarrer und sagt ihm, was sie über den Toten und ihren Mann weiß. Darauf wird der Schmied hingerichtet.

I. Stelle dar, warum ‘Die Tulipan’ eine Ballade ist (Inwiefern erfüllt der Text die Kriterien für eine Ballade?)!
inhaltlich:
Der Mord, die Entdeckung und die Sühne sind das Außergewöhnliche, von dem viele Balladen erzählen. Die Bedrohung, die die Grundstimmung solcher Balladen ausmacht, ist durch den Charakter des Schmieds gegeben bzw. durch das Schicksal, das dem Schmied bedrohlich wird.
formal: ‘Ur-ei’: erzählend, Dialoge, Verse, Reime, Strophen (also Gedichtform)

II. Vergleich zu Schillers ‘Die Kraniche des Ibykus’
1. Erläutere im Vergleich die Überschriften der beiden Balladen (Welche Bedeutung haben die Tulipan bzw. die Kraniche?)!
Sowohl die Tulipan als auch die Kraniche sind Mittel des Waltens einer überirdischen, schicksalshaften Gerechtigkeit, die das Böse sühnt, und können als Sinnbild dieser Gerechtigkeit gedeutet werden. Deshalb wird die Tulipan als drohender Finger und als Herrgottswunder bezeichnet.

2. Wer oder was übernimmt in ‘Die Tulipan’ die Aufgabe der Eumeniden in Schillers ‘Die Kraniche des Ibykus?
Der Traum, der aus dem schlechten Gewissen kommt;
Bei Schiller: Eumeniden und Gewissen der Täter sorgen für die Entdeckung.

3. Wer übernimmt in ‘Die Tulipan’ die Aufgabe des Volks, das in Schillers Ballade die Tat entdeckt?
Die Frau; sie handelt mehr aus Angst, während das Volk in Schillers Ballade aus Gerechtigkeitsgefühl und Empörung über das Unrecht die Sühne fordert.

Ballade: Erzählt wird von Personen, denen Außergewöhnliches zustößt oder/und die sich in Ausnahmesituationen befinden (Bedrohung, Gefahr, Tod). Grundstimmung: Bedrohung: der Mensch erscheint ausgeliefert an Schicksalsmächte; auch: Bewährung des ... Menschen in einer Krisensituation



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