Mann Thomas
Molière
Klausuren, Klassenarbeiten
Zusammenfasssung und Anm. Buch I und II
Textauswahl für den Unterricht erläutert
Vortrag über Thomas Morus und seine 'Utopia'
Alkipiades
Hamilkar
Hannibal
Themistokles
Bilder
Opitz, Martin
Ortheil Hanns-Josef
Ars amatoria
Metamorphosen
Plinius
'Im Westen nicht Neues'
Rodrian
Sallust
Wallenstein
Die Jungfrau von Orleans
Der Verbrecher aus verlorener Ehre
Maria Stuart
Tell
'Der Vorleser'
Rede
'Das siebte Kreuz'
an Lucilius
Über das glückliche Leben
Dramen
Antigone
König Ödipus
Der Schimmelreiter
Lulu von Strauss und Torney
Süßkind
Tibull
Trakl
Aeneis
Eklogen
Martin Walser
Robert Walser
'Das Gold von Caxamalca'
'Frühlingserwachen'
Die Ermittlung
Gedichte
'Parzival'

Catos Rede im Senat

Klausur für ‚Latinum‘ 19.06.01
Sallust, Coniuratio 181 Wörter

M. Porcius Cato hält vor dem Senat eine Anklagerede, in der er wie Cicero die Todesstrafe für die Verschwörer fordert. Er sieht in der Haltung der Verschwörer ein typisches Merkmal seiner Zeit. Zuvor hatte Caesar den Einzug des Vermögens der Verschwörer und eine lebenslange Gefängnisstrafe gefordert. Catos Rede gab den Ausschlag, und die Hinrichtung der gefangenen Catilinarier wurde beschlossen und noch am selben Abend vollzogen.

Übersetze:

1 Nolite existumare maiores nostros armis rem publicam ex parva magnam fecisse.
2 Si ita esset, multo pulcherrumam eam nos haberemus; quippe sociorum atque civium,
3 praeterea armorum atque equorum maior copia nobis quam illis est.
4 Sed alia fuere, quae illos magnos fecere, quae nobis nulla sunt: domi industria,
5 foris iustum imperium, animus in consulendo liber, neque delicto neque lubidini obnoxius.
6 Pro his nos habemus luxuriam atque avaritiam, publice egestatem, privatim opulentiam.
7 Laudamus divitias, sequimur inertiam.
8 Inter bonos et malos discrimen nullum, omnia virtutis praemia ambitio possidet.
9 Neque mirum: Ubi vos separatim sibi quisque consilium capitis, ubi domi voluptatibus,
10 hic pecuniae aut gratiae servitis, eo fit, ut impetus fiat in vacuam rem publicam.
.... Cato wendet sich dagegen, die Verschwörer gnädig zu behandeln.
11 Misereamini censeo … atque etiam armatos dimittatis.
12 Ne ista vobis mansuetudo et misericordia, si illi arma ceperint, in miseriam convortat.
13 Scilicet res ipsa aspera est, sed vos non timetis eam. Immo vero maxume.
14 Sed inertia et mollitia animi alius alium expectantes cunctamini, videlicet dis immortalibus confisi,
15 qui hanc rem publicam saepe in maxumis periculis servavere.
16 Non votis neque suppliciis muliebribus auxilia deorum parantur;
17 vigilando, agundo, bene consulundo prospere omnia cedunt.
18 Ubi socordiae te atque ignaviae tradideris, nequiquam deos inplores.



zu 1: Mit dem Verbot ‘Nolite existumare' spricht der Redner seine Zuhörer an; denke dir zu ‚ex parva‘ und ‚magnam‘ ein ‚re publica‘ bzw. ‚rem publicam‘; ‚facere‘ mit doppeltem Akkusativ: machen zu;
zu 2: multo bei Superlativ: bei weitem; pulcherrumam prädikativ; ‘nos’ betont im Gegensatz zu ‘maiores’; quippe: denn;
zu 4: ‚alia‘ stellt den Gegensatz zu ‚armis‘ heraus; mit ‚illos‘ sind ‚maiores‘ gemeint; nulla (verstärktes non): überhaupt nicht;
zu 5: foris (adv.): draußen; consulere - sich beraten, beratschlagen; delictum: Vergehen, Schuld; obnoxius: verpflichtet, unterworfen
zu 6: fasse das ‚his‘ als Neutrum auf und übersetze es mit Sg.; ‘nos’ ist Nominativ (besonders betont im Gegensatz zu ‚maiores‘ in Zeile 1); luxuria - Genusssucht; egestas - Mangel, Armut; opulentia – Reichtum, Überfluss;
zu 7: sequi, sequor, secutus sum (mit Akk.) - folgen, nachjagen; inertia - Trägheit, Müßiggang, Nichtstun;zu 8: discrimen: Unterschied; übersetze ‚omnia virtutis praemia‘ mit: was eigentlich alles Lohn der Tugend sein sollte; ambitio: Strebertum
zu 9: mirum: ergänze: est; ‚ubi‘ hier: da, weil; separatim: abgesondert, für sich, allein; consilium capere: einen Plan/Beschluss fassen, planen/beschließen; voluptas: Genuss;
zu 10: hic: hier (gemeint ist: hier im Senat, in der Öffentlichkeit); ‚gratia‘ hier: Beliebtheit, Ansehen; eo: darum; vacuus: leer, herrenlos;
zu 11: misereo u. misereor: mit jmd. od. etw. Mitleid-, Barmherzigkeit fühlen od. haben;
zu 12: ne: wenn nur nicht; mit ‚illi‘ sind die Verschwörer gemeint; miseria: Elend, Leid; convortere: umschlagen;
zu 13: scilicet: gewiss; ‚asper‘ hier: ernst; ‚immo vero maxume‘ ergänze ‚timetis eam‘ und übersetze: im Gegenteil, ihr habt doch größte Angst.
zu 14: mollitia: Schwäche, Schlaffheit; alius alium expectantes: der eine auf den anderen wartend; videlicet: offenbar; confisus (mit Dativ): im Vertrauen auf;zu 16: votum: Gebet, Gelübde; ‚supplicium‘ hier: Bittgebet, Bittopfer; muliebris, e: weiblich, weibisch;
zu 17: prospere cedere: günstig verlaufen;
zu 18: ‚ubi‘ hier: wenn; socordia: Gleichgültigkeit; nequiquam; vergebens, umsonst; inplorare: anflehen;
……………………………………………..
Übersetzung
Glaubt (ja) nicht, dass unsere Vorfahren mit Waffen(gewalt) den Staat aus einem kleinen zu einem großen gemacht hätten.
Wenn es so wäre, würden wir ihn als den bei weitem schönsten haben; denn uns ist (wir haben) eine größere Menge von Verbündeten und Bürgern, außerdem von Waffen und Pferden als jenen (jene – die Vorfahren).
Aber (nein), es war anderes, was jene groß gemacht hat, was uns nicht ist (wir nicht haben): zu Hause Fleiß, draußen gerechte Herrschaft, bei Beratungen unbefangenes Denken, weder der Schuld noch der Begierde unterworfen (verstrickt in).
Anstelle von diesen (Statt dessen) haben wir Genusssucht und Habgier, öffentlich Armut, privat Reichtum (Überfluss).
Wir loben den Reichtum, jagen dem Müßiggang nach.
Zwischen Guten und Bösen ist kein Unterschied, was eigentlich alles Lohn der Tugend sein sollte, besitzt das Strebertum.
Und es ist nicht verwunderlich: Da ihr jeder nur für sich alleine plant, da ihr zu Hause den Genüssen, hier dem Geld und der Karriere dient, darum geschieht es, dass ein Angriff auf den ausgehöhlten Staat gemacht wird.
……………………
Ich dächte, ihr müsstet Mitleid haben und (die Verschwörer) sogar bewaffnet wegschicken. Wenn nur nicht diese eure Milde und dieses eure Mitleid euch in Leid umschlägt, wenn jene die Waffen ergriffen haben!
Gewiss ist die Lage ernst, aber ihr fürchtet sie nicht. O nein, im Gegenteil, ihr fürchtet sie höchst schrecklich!
Aber aus Müßiggang und Schlaffheit des Geistes zögert ihr, einer auf den anderen wartend, offenbar im Vertrauen auf die unsterblichen Götter, die diesen Staat oft in größten Gefahren gerettet haben.
Nicht durch Gebete und weibische Bittopfer wird die Hilfe der Götter gewonnen; durch Wachen, Handeln, gutes Planen verläuft alles günstig.Wenn du dich der Gleichgültigkeit und Trägheit hingegeben hast, magst du vergebens die Götter anflehen.
cap. 52,19ff.





Sallust / Sempronia

HaftungsausschlussImpressum