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4. Klassenarbeit 10c am 10.02.99
2 Unterrichtsstunden

Richard Bachman (Stephen King) 'Todesmarsch' (Heine Allgemeine Reihe Nr. 01/6848; 12. Auflage)

I. Charakterisiere, indem du dich vor allem auf die Seiten 146 - 147 und 150 - 158 beziehst:
a) das Publikum,
Die Menschen, die dem Todesmarsch begeistert zusehen, werden charakterisiert als eine gierige, gleichförmige Masse: verschmolzen zu einem einheitlichen, anonymen Massengesicht, einer gierigen, nichtssagenden Visage (158). Natürlich sind sie Tiere, heißt es über sie (150, 151).
Offenbar sind sie so verroht und abgestumpft, dass nur diese brutale Art des Tötens ihnen Unterhaltung (S. 150) bringt, vergleichbar den Gladiatorenkämpfen der Römerzeit; sie warten förmlich darauf, dass einer getötet wird (156). Als Garraty wegen seines Lachkrampfs in Schwierigkeiten kommt, ist ein Zuschauer begeistert (155). Der Anblick der Todgeweihten erhöht ihr Lebensgefühl (150), Tod regt den Appetit an (150), auch den sexuellen (z. B. bei dem Mädchen, das sich von Gribble wollte vögeln lassen, 150; beinahe erotisches Gemurmel).
Diese Menschen sind aber auch die Klügeren (150), da sie sich unterhalten lassen, aber nicht selbst die Qualen des Marschierens auf sich nehmen.

b) die Marschierenden
Auch sie sind wie Tiere. Ihr Verhalten ist durch Überlebenskampf und Aggression bestimmt. So redet Parker schlecht über Garratys Vater und Olson verflucht McVries, dass er Garraty geholfen hat, er hasst ihn dafür (157f.). Garraty wünscht sich, die anderen seien schon tot (Ich hoffe, sie fallen alle sofort gleich um. 152). Und McVries hofft, dass Barkowitch nicht mehr lange macht. (153)
Aber es gibt auch positives Verhalten: So entschuldigt sich Parker bei Garraty wegen seiner abfälligen Äußerungen über dessen Vater und McVries hatte ihn wegen dieser Bemerkungen vorher zurechtgewiesen.
Mittlerweile machen die Marschierenden sich über den Marsch keine Illusionen mehr; sind sie ernüchtert, was ihre Teilnahme und ihr möglicher Erfolg angehen. So meint McVries, der Marsch sei nichts als ein besonders qualvoller Selbstmord; und Stebbins kann sich die Teilnahme nur als Folge einer Todessehnsucht erklären.

c) insbesondere McVries und Garraty und deren Beziehung zueinander!
Garraty erleidet einen hysterischen Lachanfall angesichts des Komischen, Grotesken beim Publikum und angsichts des Verhaltens von Collie Parker, der dem Publikum zulächelt und winkt und es zugleich verspottet und verflucht, ohne dass die Zuschauer es hören.
Als Garraty eine Warnung bekommt, hilft McVries ihm; beide bekommen eine Warnung. Um Garraty von dem Anfall zu befreien, schlägt McVries ihn ins Gesicht, so dass er zur Vernunft kommt.
Er habe seine Schuld bezahlt, jetzt seien sie quitt, meint dann McVries zu Garraty (158). Dies ist aber nur eine Art Schutzbehauptung, in Wirklichkeit hilft er ihm auch weiterhin. Es hat sich zwischen den beiden auf diesem Marsch eine wirkliche Freundschaft entwickelt, sie verkörpern einen Rest von Menschlichkeit in dieser unmenschlichen Welt. In der Beziehung zwischen den beiden ist McVries der geistig Überlegenere, wie sich z. B. an seiner Deutung des Publikums zeigt oder an der souveränen Art, wie er Garraty hilft.

II. Verweise kurz darauf, wie sich die Beziehung zwischen McVries und Garraty bis zum Ende des Romans darstellt!
Zwar sagt McVries, dass er nun gegenüber Garraty seine Schuld bezahlt habe, trotzdem hilft er ihm auch später bei der Begegnung mit Jan und Garratys Mutter. Und wenn auch Garraty das Versprechen gibt, niemandem zu helfen, versucht er am Ende McVries zu retten, will sogar für ihn sterben, d. h. die beiden sind mittlerweile in einer Freundschaft verbunden, die stärker ist als der animalische Trieb zu überleben.

III. Der Todesmarsch als Fiktion einer Unterhaltungsshow - der Todesmarsch als Metapher für das Leben
a) Charakterisiere die Art der Gesellschaft, in der eine solche ‘Unterhaltungsshow’ möglich ist!
(Greife in jedem Fall das auf, was auf den angegebenen Seiten zu diesem Thema zu finden ist!)

Es gibt nur Andeutungen, offenbar werden die Menschen durch ein diktatorisches Regime terrorisiert; Menschen, die sich nicht anpassen, werden von ‘Soldaten’ geholt. Der Vater Garratys hatte nicht genug Vernunft, seine politische Meinung für sich zu behalten (146); hier geht es um die Meinung über den Marsch (147). Das Verschwinden von Garratys Vater gilt als saubere Lösung (147).
Ein Staatswesen, das solche brutale, inhumane Unterhaltung wie den Todesmarsch nicht nur nicht verbietet, sondern fördert, ist moralisch völlig korrumpiert.
Mögliche Erklärung eines Zusammenhangs von totalitärem Regime und dieser besonders sensationellen und an niedrigste Instinkte appellierende Unterhaltung (vgl. Brot und Spiele): Die Diktatur fördert eine solche Massenunterhaltung wie den Todesmarsch, um die Unterdrückten abzulenken und sie bei Laune zu halten. Zudem entlädt sich die Repression, die die Menschen in einer Diktatur erfahren, durch brutale Aggression gegen solche, die noch hilfloser sind als sie selbst.

b) Charakterisiere die Gesellschaft, für die der Todesmarsch eine Metapher ist!
Motto von Carlyle - Der Major als Gott (S. 297) oder als der Tod, als Teufel?

Solltest du noch Zeit haben, schreibe als Zusatzaufgabe eine begründete Bewertung des Romans!


Die gleiche Thematik für Lk 11.2 am 14. Mai 1996Seite 145 Mitte (Hat dein Vater ...) bis Seite 158 unten (... mit der Zeit langweilig.)

Aufgaben und Stichworte zur Lösung

I. Geben Sie einen knappen Überblick über die Handlung des Romans und ordnen Sie den ausgewählten Ausschnitt in den Ablauf des Romans ein!
findet jährlich statt - Major - Andrang - Auswahl von 100 Jugendlichen - wichtig auch die Bedingungen des Marsches:
1. Alter
2. ohne Pause marschieren
3. Verwarnung, wenn unter vier Meilen pro Stunde
4. nach dritter Verwarnung erschossen
5. nach einer Stunde eine Verwarnung aufgehoben
6. Solange wird marschiert, bis nur noch einer überlebt hat.
Einordnung: 24 Stunden marschiert (152), 99 Meilen, 66 Jungen getötet

II. Erläutern Sie mit sorgfältig aus dem angegebenen Ausschnitt ausgewählten Belegen folgende Themen:
1. Die Art des Staatswesens, in dem ein solcher Todesmarsch möglich ist;
siehe oben

2. die Charakterisierung des Publikums;
S. 149 Familie, die Picknick macht, fröhlich zuwinkend; - Garraty: Irre (149), Tiere (149); Sie sind hergekommen, um das Gehirn auf die Straße fließen zu sehn (149).
siehe oben

3. die Charakterisierung der Marschierenden;
siehe oben

4. die Charakterisierung McVries' und Garratys und ihrer Beziehung zueinander;
siehe oben

5. die Erzählsituation, aus der heraus erzählt wird!
personale Erzählsituation - Die Welt wird mit den Augen von Garraty gesehen; der Leser übernimmt die Rolle (persona) von Garraty - Ziel: „Illusion der Unmittelbarkeit“ - eventuell: „multiperspektivische Montage“
„im personalen Erzählen wird zwischen den Figuren und ihren Sichtweisen hin- und hergesprungen.“
Garraty bemerkte (145) - ...versuchte, wütend ...zu sein (146) - Garraty fühlte ... (146); stellte sich vor (148)

III. Diskutieren Sie die Frage, ob der Todesmarsch nicht nur die Fiktion einer Unterhaltungsshow ist, sondern auch als Sinnbild, als Parabel für das Leben überhaupt verstanden werden kann!

weiteres Klassenarbeitsthema: Melonenverkäufer und die Funktion dieser Stelle



Der Todesmarsch

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