Auf diesen Seiten möchte ich unter 'Autoren' und 'Sonstiges' Texte veröffentlichen, die mir in meinem Berufsleben als Deutsch- und Lateinlehrer wichtig und leicht von meinem PC zu kopieren waren.

Unter 'Komponisten' können Sie vor allem Beschreibungen kammermusikalischer Werke finden.

Als Vorsitzender des Kulturausschusses in Rösrath hatte ich 20 Jahre lang 250 Mal Rösrather 'Schlosskonzerte' organisiert; hinzu kommen seit 2003 mittlerweile 100 Konzerte in der ServiceResidenz Schloss Bensberg. Wichtig ist mir bei der Betreuung des Publikums, die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf Besonderheiten der aufgeführten Werke zu richten. Anfangs kopierte ich zu diesem Zweck die Texte aus Reclams Kammermusikführer. Da mir manches zu 'poetisch', manches zu wissenschaftlich erschien, habe ich das Wissen, das ich diesem Musikführer und anderen Publikationen entnahm, in die für mein Publikum passende Sprache umgeformt, sozusagen als Laie für Laien und manches Mal auch, ohne dass mir die Noten vorlagen.

Diese Erläuterungen werde ich nach und nach überprüfen. Die Absicht dabei ist, die Zahl der Fachausdrücke möglichst klein zu halten und Urteile über Ausdruck und Qualität der Musik neu zu bedenken.

Ein Datum unter der Erläuterung gibt an, dass es sich bei ihr gleichsam um eine 'Fassung letzter Hand' handelt (zumindest vorläufig).

Möglicherweise könnten diese Texte auch in Programmhefte anderer Konzertreihen übernommen werden - mit entsprechenden Änderungen. Freuen würde ich mich besonders, wenn sie dem einen oder anderen Musikliebhaber den Zugang zu den Werken der Kammermusik ein wenig erleichterten.

Unter ‚Komponisten’ und ‚Autoren’ finden Sie auch einige Texte, die ich als Ankündigung von Aufführungen in Bergisch Gladbach geschrieben und als Vorträge gehalten habe.


Das nächste Konzert in der ServiceResidenz Schloss Bensberg:

Matinéen – Klangvolle Sonntage



Sonntag, 4. März 2018, 11 Uhr im Vier Jahreszeiten-Saal


Matthew Hunt, Klarinette
Hába Quartett
Sha Katsouris, Violine
Hovhannes Mokatsian, Violine
Peter Zelienka, Viola
Arnold Ilg, Violoncello

Joseph Haydn
Streichquartett G-Dur op. 77/1 Hoboken III:81

W. A. Mozart
Quintett für Klarinette, zwei Violinen, Viola und Violoncello A-Dur KV 581

A. Borodin
Streichquartett Nr.2 D-Dur (1881)

Geniales gibt es in allen drei Werken dieses Programm. In Haydns Streichquartett zeugt davon das ungemein reizende Hauptthema des ‚Ersten Satzes‘, das ‚Adagio‘, das ein Wunder an ausdrucksstarker Intensität ist, das Beethovensche des Menuetts und das Feuerwerk des letzten Satzes.

Mozart hatte sein Leben lang eine Vorliebe für die Klarinette und deren ausdrucksstarken, einschmeichelnden, weichen Ton. Dass diese Vorliebe sich gegen Ende seines Lebens verstärkte, ist der Freundschaft mit dem Klarinettisten Anton Stadler zu verdanken, dessen große Begabung Mozart zu großartigen Werken inspirierte.
Großartig beginnt der ‚Erste Satz‘ seines Quintetts: Das Hauptthema besticht durch dichten homogenen Streicherklang, und doch sind die einzelnen Stimmen auf subtilste Art kontrapunktisch durchgeformt. Hinreißend schön in seinem seelenvollen Ausdruck ist das ‚Larghetto‘; hier werden selbst Tonleiterabläufe zu ergreifender, inniger Musik. Bemerkenswert ist auch, dass bei dem ungemein freundlichen, heiteren, luftig-leichten Kunst-Gebilde des Menuetts sich die große Kunstfertigkeit, mit der es gebildet ist, nicht bemerkbar macht. Scherzhaft-heiter und liebenswürdig, spritzig und farbig stellt sich das Allegretto-Thema des ‚Vierten Satzes‘ dar.

Die beiden Streichquartette Borodins haben einen hohen Stellenwert innerhalb der klassisch-romantischen Quartett-Literatur, was zunächst verwundert, wenn man bedenkt, dass Borodin nur nebenberuflich Komponist war. 1862, im Alter von 29 Jahren, erhielt er eine Professur für Chemie, leistete Wegweisendes in seinem Fach und setzte sich für die Möglichkeit des Frauenstudiums ein. Und er hat großartige Musik komponiert wie zum Beispiel das höchst reizvolle Zweite Quartett. Es ist vor allem berühmt wegen der eindringlichen Melodie seines ‚Notturnos‘. Ungewöhnlich ist die Andante-Einleitung des ‚Vierten Satzes‘ und glänzend sein Fortissimo-Abschluss.



Matthew Hunt sang als Schüler im Knabenchor des ›Lichfield Cathedral Choir‹ und sein sehr gesangliches Musizieren auf der Klarinette ist heute eine seiner besonderen Qualitäten. Die Klarinette studierte er an der Guildhall School in London und in Paris. Seit 2007 ist er Soloklarinettist in der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Darüber hinaus trat und tritt er auch mit anderen Orchestern auf, u. a. mit dem Luzern Festival Orchester, dem BBC Symphony Orchestra oder dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam; und er ist ein sehr aktiver Kammermusiker mit Partnern wie Pekka Kuusisto, Nicolas Altstaedt, dem Belcea Streichquartett oder dem Wiener Klaviertrio. Als Gast der Berliner Philharmoniker ist er als Solist in deren Serie ‚Berliner Philharmonie Kammermusik Saal‘ aufgetreten. Seine CD-Aufnahme des Klarinetten-Quintetts von Wolfgang Amadeus Mozart mit dem Elias String Quartet wurde vom BBC Music Magazine als Referenzaufnahme gefeiert.

Das Hába Quartett
1946 gründete der Geiger Dušan Pandula in Prag ein Streichquartett, das vor allem auch die Werke der großen europäischen Zeitgenossen aufführte. Mit einem von diesen, Alois Hába, waren die Musiker des Quartetts befreundet und gestalteten die Uraufführung von zwölf der 17 Streichquartette dieses Komponisten. Sie nannten sich darum Hába Quartett. Im Zuge der kommunistischen Kulturpolitik der fünfziger Jahre fiel Alois Hába in politische Ungnade. Das nach ihm benannte Quartett spielte zunächst unter einem anderen Namen weiterhin die Musik Hábas, löste sich aber 1968 auf. 1984 wurde es von Pandula und seinem Schüler Peter Zelienka in Frankfurt neu gegründet und fühlt sich seither der Tradition des früheren Hábas Quartetts verpflichtet, vor allem was das Repertoire angeht, das auch selten gespielte Werke umfasst; so plant es eine Gesamtaufnahme der Streichquartette von Hábas.
Eine intensive Konzerttätigkeit, Rundfunkaufnahmen und Auftritte bei bedeutenden Festivals, u.a. in Salzburg, Graz, München, Hannover, Berlin, Den Haag und Prag, dokumentieren das hohe künstlerische Niveau des Hába Quartetts, das seit zehn Jahren in unveränderter Besetzung spielt. Die CD-Einspielungen der Werke von Nikolaj Roslavets, Leoš Janáček und Bedřich Smetana fanden große Resonanz.






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