Auf diesen Seiten möchte ich unter 'Autoren' und 'Sonstiges' Texte veröffentlichen, die mir in meinem Berufsleben als Deutsch- und Lateinlehrer wichtig und auf meinem PC gespeichert waren.

Unter 'Komponisten' können Sie vor allem Beschreibungen kammermusikalischer Werke finden.

Als Vorsitzender des Kulturausschusses in Rösrath hatte ich 20 Jahre lang 250 Mal Rösrather 'Schlosskonzerte' organisiert; hinzu kommen seit 2003 mittlerweile 100 Konzerte in der ServiceResidenz Schloss Bensberg. Wichtig ist mir bei der Betreuung des Publikums, die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf Besonderheiten der aufgeführten Werke zu richten. Anfangs kopierte ich zu diesem Zweck die Texte aus Reclams Kammermusikführer. Da mir manches zu 'poetisch', manches zu wissenschaftlich erschien, habe ich das Wissen, das ich diesem Musikführer und anderen Publikationen entnahm, in die für mein Publikum passende Sprache umgeformt, sozusagen als Laie für Laien und manches Mal auch, ohne dass mir die Noten vorlagen.

Diese Erläuterungen werde ich nach und nach überprüfen. Die Absicht dabei ist, die Zahl der Fachausdrücke möglichst klein zu halten und Urteile über Ausdruck und Qualität der Musik neu zu bedenken.

Ein Datum unter der Erläuterung gibt an, dass es sich bei ihr gleichsam um eine 'Fassung letzter Hand' handelt (zumindest vorläufig).

Möglicherweise könnten diese Texte auch in Programmhefte anderer Konzertreihen übernommen werden - mit entsprechenden Änderungen. Freuen würde ich mich besonders, wenn sie dem einen oder anderen Musikliebhaber den Zugang zu den Werken der Kammermusik ein wenig erleichterten.

Unter ‚Komponisten’ und ‚Autoren’ finden Sie auch einige Texte, die ich als Ankündigung von Aufführungen in Bergisch Gladbach geschrieben und als Vorträge gehalten habe.


Das nächste Konzert in der ServiceResidenz

Sonntag, den 26. Januar 2020, 11.00 Uhr, im Vier Jahreszeiten-Saal

Sara Koch und James Maddox, Klavier


Wolfgang Amadeus Mozart
(1756-1791)

Andante mit Variationen G-Dur KV 501 (zu vier Händen)

Rondo a-Moll KV 511

Sonate für Klavier zu vier Händen C-Dur KV 521

Thema mit Variationen über ‚Unser dummer Pöbel meint‘ KV 455

Sonate für Klavier zu vier Händen F-Dur KV 497

Die Erinnerung an Mozarts Geburtstag war ausschlaggebend für die Wahl der Werke des Konzerts am 26. Januar, einen Tag vor diesem Geburtstag. Sara Koch, und James Maddox spielen bezaubernde, ja hinreißend schöne zwei- und vierhändige Werke des ‚Geburtstagskinds‘. Vorurteile gegenüber vierhändiger Klaviermusik sind bei diesem Konzert nicht angebracht. Es ging Mozart ja nicht darum, dass der Komponist die Musik auf zwei Pianisten an einem Instrument verteilt, damit ein einzelner es nicht so schwer hat, sondern es ging ihm um alternative kompositorische Ausdrucks- und Klang-Möglichkeiten. Und da hat er Wunderbares geschaffen, KV 521 beispielsweise, das durch seine anmutigen, aber auch beunruhigenden, hart gefügten Klänge besticht. Diese Sonate zeigt, dass beide Pianisten Virtuosen sein müssen, insbesondere beim großartigen ‚Rondo-Finale‘. Eine Voraussetzung für ein solches vierhändiges Spiel war, dass die Tasten und die gesamte Klaviatur breiter geworden waren. So entstanden mit und nach Mozart höchst bedeutsame Werke für diese Gattung.
Über ein bezauberndes eigenes Thema hat Mozart mit KV 501 aus dem Jahr 1786 fünf köstliche Variationen geschrieben, über die A. Einstein sagt, sie seien „voller Charme und Klangreiz, ein Vortragsstück hinreißender Wirkung“. Von der Anmut des Themas zu Beginn über die abwechslungsreichen Variationen, unter denen die melancholische Klage der vierten Variation besonders beeindruckt, bis hin zur Coda, die das Thema auf ganz liebreizende Weise Abschied nehmen lässt, sind sie für den Zuhörer eine reine Freude.
Das A-Moll-Rondo KV 511 erfüllt nicht die Erwartungen, die üblicherweise an ein Rondo gestellt werden: Nicht leichte Heiterkeit, sondern hoffnungslose Trauer spricht sich hier aus. Seinem Vater schreibt er im März 1787 über die Ursache dieser Besonderheit: der „traurige“ Todesfall seines „liebsten besten Freundes Grafen von Hatzfeld.“ Einen Monat später schreibt Mozart das große G-Moll-Streichquintett, das in innerem Zusammenhang mit dem ‚Rondo‘ steht und das Sie Karsamstag hier hören können. In diesem Rondo ist Bachs kontrapunktischer Ernst aufgegriffen und Schuberts harmonische Wendungen sind vorweggenommen. Der zwischen Bach und Schubert gespannte weite Bogen verleiht dem Werk ineins mit der Zartheit, mit der das Dramatische vorgetragen wird, seine Einmaligkeit. Das Thema zu Mozarts Variationen über das Thema ‚Unser dummer Pöbel meint‘ KV 455 ist der komischen Oper ‚Die Pilger aus Mekka‘ von Christoph Willibald Gluck entnommen. Gluck hatte Mozart zu einem freundschaftlichen Essen eingeladen, war dann am 23. März 1783 in Mozarts Konzert gekommen, und als das Publikum eine Zugabe erklatschte, wählte Mozart zu Ehren des besonderen Gastes dessen Arie ‚Unser dummer Pöbel meint‘: Ein mohammedanischer Bettelmönch macht sich in ihr über die Verehrung durch das Volk lustig. Erst gut ein Jahr später schrieb Mozart die Variationen auf, und es ist seinem genialen Gedächtnis zuzutrauen, dass es dieselben waren, die er zu Glucks Ehren improvisiert hatte –„ein Meisterstück der Gattung“ (Reclam) mit humorigen Tönen. Es ist so reizende, köstliche Musik, dass Tschaikowsky diese Variationen in prächtiger Weise für Orchester bearbeitet hat.
Was mit einer unbekümmerten Komposition begann, nämlich einem Werk für Klavier zu vier Händen, vom achtjährigen Mozart zum Vortrag mit seiner Schwester Nannerl auf den Reisen der ‚Wunderkinder‘ komponiert, findet seine „absolute Vollendung“ im Sommer 1786 in der Sonate F-Dur KV 497. „Krone der Gattung“ nennt sie der Mozart-Kenner A. Einstein. Sie sei „an Wert und Gewicht den bedeutendsten Leistungen des Komponisten auf dem Gebiete der Kammermusik und der Symphonie ebenbürtig … Höhepunkt des Mozartschen Schaffens“ so W. Oehlmann.

Sara Koch gewann im Jahr 2003 als erste Künstlerin in der Kategorie Klavierpartner den Deutschen Musikwettbewerb. Im selben Jahr erhielt sie in Berlin einen Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben und den Musikpreis 2003 der ZONTA International/Union deutscher Zonta-Clubs. Sara Koch absolvierte mit Auszeichnung ihre Studien bei Felix Gottlieb in Stuttgart, Bernard Ringeissen in Paris und Markus Becker in Hannover. Sie war Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Wichtige künstlerische Anregungen bekam sie von Vladimir Krajnev und Paul Badura-Skoda. Den Schwerpunkt ihrer musikalischen Arbeit bildet die Kammermusik. Sie tritt auf in Konzertreihen in Europa und Japan und ist regelmäßiger Gast bei internationalen Festivals (Rheingau, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Oleg-Kagan, Ay/ Frankreich, Bonner Beethovenfest u.a.). Sara Koch hat zahlreiche Aufnahmen für SWR, WDR, NDR und Deutschlandradio eingespielt. CD-Aufnahmen erschienen bei den Labels Ars Musici und Genuin. Seit 2008 lehrt sie an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf.




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